Ljubomir Vranjes (r.) ist seit 2010 Trainer bei der SG Flensburg-Handewitt © imago

Durch den Erfolg in Gummersbach rückt Flensburg dem Gewinn des Pokalsieger-Cup ganz nah. Der VfL zeigt sich kämpferisch.

Gummersbach - Die mitgereisten Fans feierten die Mannschaft der SG Flensburg-Handewitt auch noch eine halbe Stunde nach Spielschluss, doch die Spieler und Trainer Ljubomir Vranjes wollten vom ersten Titelgewinn seit sieben Jahren nichts wissen.

"Es ist erst Halbzeit", sagte Vranjes nach dem 34:33 (16:17)-Erfolg im Finalhinspiel des Europacups der Pokalsieger bei Titelverteidiger VfL Gummersbach (Spielbericht).

Damit hat die SG eine glänzende Ausgangsposition, um am Freitag die lange Durststrecke im Rückspiel in der heimischen Campushalle zu beenden und ihre starke Saison zu veredeln.

"Wir haben gegen die zweitbeste Mannschaft in Deutschland verloren", stellte VfL-Trainer Emir Kurtagic anerkennend fest.

Nur Kiel war stärker

In der Toyota HBL mussten die Flensburger mit ihrem beeindruckenden Tempo-Handball nur die Übermannschaft des THW Kiel ziehen lassen.

Die Qualifikation für die Champions League hat der deutsche Meister von 2004 längst in der Tasche (DATENCENTER: Pokal der Pokalsieger).

Auch im Pokal war nur Rekordmeister Kiel im Endspiel einen Tick besser. "Daher habe ich großen Respekt vor der Leistung meiner Mannschaft", so Vranjes.

Tempo und Vranjes als Erfolgs-Rezept

Aber auch der Anteil des ehemaligen Spielmachers ist enorm, der 38-Jährige spricht die Sprache seiner Spieler.

Zudem zeichnet ein variables Spiel in Abwehr und Angriff die Flensburger aus. "Und die Tempogegenstöße üben sie fast in Perfektion aus", meinte Kurtagic.

Dabei hatte die SG vor der Saison wichtige Spieler wie Dan Beutler, Oscar Carlen (beide Hamburg) und Lasse Boesen (Kolding) verloren.

Einkäufe als Glücksgriffe

Doch die aktuelle Mischung passt, und die Neuzugänge Holger Glandorf, Lars Kaufmann und Mattias Andersson erwiesen sich als Glücksgriffe.

Die fünf dänischen Spieler um Regisseur Thomas Mogensen setzen zudem eine lange Tradition in Flensburg fort.

"Unsere Mannschaft ist in dieser Saison zu einer wirklichen Einheit geworden", sagte SG-Geschäftsführer Holger Kaiser, der sich gute Chancen für das Rückspiel ausrechnet: "Nun steht der VfL Gummersbach unter Druck. Er muss bei uns gewinnen."

VfL bleibt kämpferisch

Auf dem Weg zum vierten internationalen Titel in Folge wird sich Altmeister Gummersbach aber nicht kampflos geschlagen geben. "Die Niederlage bedeutet noch nichts", meinte Kurtagic.

Adrian Pfahl kündigte an, dass man in Flensburg Gas geben werde: "Die Leistung im Hinspiel darf nicht umsonst gewesen sein."

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