Velimir Petkovic (m.) ist seit 2004 Cheftrainer bei Frisch Auf Göppingen © imago

Im Final-Rückspiel im EHF-Cup geht es für Frisch Auf um den Pokal - und die nächste Spielzeit. Petkovic glaubt an einen Vorteil.

Von Annette Bachert

München - Ein Hinspiel-Remis als Vorteil? Und das obwohl man nahezu das ganz Spiel geführt hat?

So sieht es zumindest Velimir Petkovic, der Cheftrainer von Frisch Auf Göppingen, vor dem EHF-Pokal-Final-Rückspiel gegen Dünkirchen HB (ab 19 Uhr LIVESCORES).

"Ich habe die Mannschaft beruhigt. Dieses Remis war ganz gut für die Revanche am Donnerstag. So bleibt die Konzentration hoch", erklärt Petkovic (DATENCENTER: EHF-Pokal).

Und weiter: "Letztes Jahr haben wir mit dem EHF-Pokalgewinn ein Stück Geschichte geschrieben. Aber es ist genauso außergewöhnlich, so einen Titel zweimal in Folge zu gewinnen."

"Es wäre kein Weltuntergang"

Doch es geht am Donnerstagabend nicht nur um die Titelverteidigung, sondern auch darum, ob die Schwaben auch in der kommenden Saison auf europäischem Parkett vertreten sind.

Denn als Tabellen-Achter der Toyota HBL qualifizieren sich die Göppinger nur für den neu-gegründeten EHF Europa Pokal, der als eine Vereinigung aus dem EHF Pokal und dem Pokalsieger-Cup ab der Saison 2012/2013 ausgetragen wird, wenn sie gegen die Franzosen als Sieger vom Feld gehen.

"Es wäre sicher kein Weltuntergang, wenn wir ein Jahr nicht dabei wären, aber es wäre durchaus ein sportlicher und markenpolitischer Betriebsunfall", sagt FAG-Geschäftsführer Gerd Hofele der "Stuttgarter Zeitung".

Oprea mit Comeback?

Um diesen "Betriebsunfall" zu vermeiden, wird Petkovic voraussichtlich wieder auf den gesamten Kader zurückgreifen können.

Auch Linksaußen Dragos Oprea, der sich im Halbfinale gegen die Rhein-Neckar Löwen einen Innenbandriss im rechten Knie zuzog, wird wohl sein Comeback feiern können. Das hofft vor allem der Angeschlagene selbst.

"Das entscheidende zweite Spiel in eigener Halle wünscht sich doch jeder", sagt Oprea in der "Südwest Presse" und spielt auf den SC Magdeburg an, der im Halbfinale gegen Dünkirchen die Segel streichen musste: "Mit einem internationalen Gegner ist das Europapokal-Flair ganz anders gegeben als wenn man gegen einen Bundesligisten spielt."

Petkovic glaubt an den Sieg

So sieht das auch Hofele, der von einer mit 5.600 Zuschauern fassenden, restlos ausverkauften "brennenden Hölle Süd" und "Gänsehaut-Atmosphäre" spricht.

Trotz des Heimvorteils warnt Petkovic sein Team vor dem Vierten der französischen Liga, der voraussichtlich wieder mit dem französischen Nationalspieler Sebastian Bosquet in voller Mannschaftsstärke antreten wird (DATENCENTER: Die Ligue national de Handball).

"Dünkirchen ist zwar überraschend in dieses Finale gekommen. Aber sie haben auswärts auch schon in Magdeburg gewonnen. Keiner glaubt, dass wir den Pokal schon sicher haben."

Um sogleich hinzuzufügen: "Aber ich glaube, wir werden es schaffen."

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