Thomas Mogensen gewann 2012 mit Dänemark die Europameisterschaft © imago

Kiels Übermannschaft und Flensburg bestreiten das Pokalfinale. SG-Spielmacher Mogensen stellt die Rechnung zum Titelgewinn auf.

Aus Hamburg berichtet Julian Meißner

Hamburg - Gerät der Gigant ausgerechnet im ewig jungen Duell mit dem Erzrivalen ins Wanken?

Im Endspiel des Lufthansa Final Four am Sonntag (15.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) kommt es zum Traumfinale zwischen Kiel und Flensburg.

Nach zwei Favoritensiegen in den Halbfinals misst sich im ersten echten Endspiel der Saison der bereits feststehende Meister mit dem Tabellenzweiten und designierten Vizemeister der Toyota HBL.

"Ich bin stolz auf meine Jungs"

Nachdem der THW Kiel den entthronten Champion HSV Hamburg niedergekämpft hatte (Bericht), setzte sich am späten Samstagnachmittag die SG-Flensburg-Handewitt sicher gegen den TuS N-Lübbecke durch (Bericht).

Die ungleich härtere Aufgabe hatten also die "Zebras" zu bewältigen, stemmte sich der HSV doch mit aller Macht gegen die Niederlage, die das Ende aller Titelhoffnungen in dieser Saison besiegelte.

"Das hat Nerven gekostet, das war ein Chaos-Spiel", stöhnte THW-Star Filip Jicha, und Meister-Trainer Alfred Gislason sagte: "Das war sicherlich nicht perfekt von uns. Aber wir haben verdient gewonnen, ich bin stolz auf meine Jungs."

Matchwinner Omeyer

Kim Andersson zeigte sich im Gespräch mit SPORT1 erleichtert über den Finaleinzug und die erhaltene Chance aufs Double. "Das war hart, der HSV hat schließlich eine Top-Mannschaft", sagte der Schwede und kündigte den nächsten heißen Tanz an: "Wir sind hier um zu gewinnen."

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Gefeierter Matchwinner gegen die Hamburger war einmal mehr Thierry Omeyer. Der Franzose hatte über 55 Minuten unterdurchschnittlich gehalten, wuchs in der Crunchtime aber über sich hinaus und vernagelte das Tor.

"Titi hält am Ende einige wichtige Bälle, das war ausschlaggebend", lobte Gislason und Omeyer selbst meinte: "Ich will jeden Ball halten. Aber im Fußball kann man vielleicht die Null halten, im Handball geht das eben nicht. Wichtig ist, dass man konzentriert bleibt. Und wir haben am Ende die Nerven behalten."

Andersson erklärte zur Leistung seines Torhüters schlicht: "Er ist ja nicht umsonst Welttorhüter."

Die große Stärke: die letzten 10 Minuten

Allerdings sei der hart erkämpfte Sieg nicht allein auf die Paraden des Franzosen zurückzuführen. "Wir wissen: Die letzten zehn Minuten zählen", sagte Andersson: "Das ist unsere Stärke, nicht nur die von Titi."

Auf den Punkt da zu sein, darauf wird es aller Voraussicht nach auch am Sonntag gegen die Flensburger ankommen, die eine bärenstarke Saison mit ihrem vierten Pokaltitel nach 2003, 2004 und 2005 krönen können.

Es ist auf jeden Fall zu erwarten, dass die SG von Trainer Ljubomir Vranjes den Kielern alles abverlangt ? schon allein der Derby-Rivalität wegen.

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"Kleine Krönung einer tollen Saison"

"Natürlich ist Kiel der Riesenfavorit. Aber wir werden uns bestimmt nicht aufs Feld legen und uns totstellen", kündigte der kleine Schwede schmunzelnd an.

Und während SG-Manager Holger Kaiser schon den Final-Einzug als "kleine Krönung einer tollen Saison" bezeichnete, zeigten sich die Flensburger Spieler kampfeslustig.

"Kiel kocht auch nur mit Wasser", meinte Lars Kaufmann mit Blick auf den übermächtig erscheinenden Lokalrivalen: "Und sie hatten heute ein hartes Spiel. Wir müssen angreifen. Wenn alle über sich hinauswachsen, können wir sie packen."

Sieg bei dritter Chance?

SG-Spielmacher Thomas Mogensen sagte zu SPORT1: "Klar ist: Wir müssen besser spielen als im Halbfinale."

Der dänische Europameister erinnerte sich auch noch ziemlich genau an den Saisonauftakt der Toyota HBL Anfang September, als der THW die Flensburger mit 35:21 demütigte und seine Wahnsinnsserie startete.

Im Rückspiel in eigener Halle zog die SG dann "nur" mit fünf Toren den Kürzeren, "das war schon besser", so Mogensen.

Und jetzt? "Jetzt bekommen wir unsere dritte Chance."

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