Anders Eggert steuerte als bester Werfer sieben Treffer zum Flensburger Sieg bei © getty

Nach Meister THW Kiel zieht auch der Liga-Zweite ins Endspiel des Lufthansa Final Four ein. Underdog Nettelstedt kämpft wacker.

Aus Hamburg berichten Julian Meissner und Annette Bachert

Hamburg - Die SG Flensburg-Handewitt ist ihrer Favoritenrolle gerecht geworden und dank einer weitgehend souveränen Vorstellung ins Finale des Lufthansa Final Four eingezogen.

Der Liga-Zweite besiegte am frühen Samstagabend im zweiten Halbfinale Außenseiter TuS N-Lübbecke ungefährdet mit 29:24 (15:11) und trifft im Endspiel am Sonntag (ab 15.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) auf den Erzrivalen THW Kiel.

Damit greift die SG nach ihrem vierten Titel im DHB-Pokal nach 2003, 2004 und 2005.

Im ersten Halbfinale hatte sich der frisch gebackene Meister aus Kiel gegen den HSV Hamburg mit 27:25 (15:13) durchgesetzt und dabei Schwerstarbeit verrichten müssen (Bericht).

Eggert bester Werfer

Flensburg dagegen setzte sich vor exakt 13.056 Fans in der ausverkauften Hamburger O2-World früh ab und ließ nie wirklich einen Zweifel am verdienten Sieg aufkommen.

Beste Werfer für die SG waren Anders Eggert (7/6), Lasse Svan Hansen und Thomas Mogensen (beide 5).

Für den kampfstarken, aber letztlich verdient unterlegenen TuS zeigten sich der überragende Malte Schröder (7) und Tomasz Tluczynski (7/5) am treffsichersten.

Mocsai ersetzt Glandorf

Die favorisierten Flensburger zeigten bereits in den Anfangsminuten, wohin die Reise gehen sollte und erarbeiteten sich schnell einen Vier-Tore-Vorsprung (6:2 /10.).

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Vor allem Nationalspieler Lars Kaufmann (3) wurde gut in Szene gesetzt und überzeugte in der Anfangsphase mit gewaltigen Würfen aus dem Rückraum. Zudem zeigte sich Dänemarks Europameister Eggert von der Siebenmeterlinie gewohnt cool und treffsicher.

Auch das Fehlen von Holger Glandorf (Fersenverletzung) machte sich kaum bemerkbar, Tamas Mocsai vertrat den Routinier im rechten Rückraum mehr als passabel.

Kein Mittel gegen variablen SG-Angriff

Gerade in der Abwehr fanden die Lübbecker von Trainer Markus Baur nie ein Mittel gegen den variablen SG-Angriff um den gut aufgelegten Spielmacher Mogensen.

Auch nachdem Baur sein Team beim Stand von 5:10 aus Sicht des TuS (18.) zum Timeout bat, änderte sich zunächst wenig in der zunächst ungleichen Begegnung.

Bis zur Halbzeitpause hielt der Underdog beim diesjährigen Lufthansa Final Four den Rückstand aber bei vier Toren und damit in Grenzen.

Höhere individuelle Klasse

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Flensburg jedoch das dominierende Team und spielte über weite Strecken clever seine höhere individuelle Klasse aus.

Auch wenn die Ostwestfalen mit ihren lautstarken Fans im Rücken wacker kämpften und bis auf zwei Tore herankamen (23:25/53.), blieb Flensburg ruhig und brachte den verdienten Sieg am Ende auch souverän ins Ziel.

Im Finale wartet nun am Sonntag das ewig junge Duell mit dem Nordrivalen vom THW. Die Fans dürfen sich nach dem wilden Fight der "Zebras" gegen den HSV also auf ein weiteres Highlight mit Beteiligung zweier Nordlichter freuen.

SG Flensburg-Handewitt - TuS N-Lübbecke 29:24 (15:11)

Tore: Eggert (7/6), Morgensen (5), Svan Hansen (5), Kaufmann (3), Mocsai (3), Djordjic (2), Szilagyi (2), Knudsen (2) für Flensburg-Handewitt Svensson (7/6), Schröder (6), Petersson (4), Loke (2), Niemeyer (2), Remer (2), Vukovic (1) für N-Lübbecke. Zuschauer: 13.000 (ausverkauft)

[kaltura id="0_fz6creqm" class="full_size" title="Eggert Glauben an den Titel "]

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