Henrik Lundström (r.) beim Supercup gegen den HSV Hamburg 2009 © getty

Die Kieler wollen nach dem Gewinn der Meisterschaft nicht nachlassen. Beim Lufthansa Final Four soll der nächste Erfolg her.

Von Katharina Blum

München - Kiels Trainer Alfred Gislason ist mal wieder ein wenig knurrig gewesen.

"Wenn wir jetzt anfangen zu feiern, dann verlieren wir mit Sicherheit das nächste Spiel", murrte er, während Dominik Klein, Filip Jicha und die anderen Spieler nach dem Meistercoup (Bericht) durch die Ostseehalle tanzten.

Der ehrgeizige Isländer kündigte lieber trocken an: es bleibt beim obligatorischen Training am Mittwochmorgen. Pünktlich um zehn Uhr, versteht sich von selbst.

"Ich bin sicher, dass alle kommen werden", sagte er am Dienstagabend. "Da werde ich dann schon sehen, wer wie gefeiert hat."

Showdown im Halbfinale

Gislason möchte auch gerne feiern - nur eben jetzt noch nicht. Das unglaubliche Kunststück von 34 Siegen in 34 Spielen in der Toyota HBL soll wahrgemacht werden.

Und: Dem THW Kiel ist ein Titel nicht genug

Der nächste winkt schon an diesem Wochenende beim 20. Lufthansa Final Four (ab 14.50 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM), wenn es für Kiel bereits im Halbfinale zum Showdown gegen Ex-Meister HSV Hamburg kommt.

Die Kieler sind heiß auf diese Partie: "Ab heute liegt die volle Konzentration auf dem Final Four in Hamburg und wir haben auch keine Probleme damit, den Fokus zu behalten", verkündete Kapitän Marcus Ahlm im SPORT1-Interview.(EXKLUSIV: Kiels Marcus Ahlm im SPORT1-Interview).

Durch einen 34:29-Erfolg bei der TSV Hannover-Burgdorf hatte der THW Ende Februar zum 13. Mal das Finalturnier erreicht - bei einem abermaligen Sieg wäre es der achte Pokal-Titel nach 1998, 1999, 2000, 2007, 2008, 2009 und 2011.

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Titelhamster Lundström

Bei der Hälfte der Pokalsausen war Hendrik Lundström mit dabei. Jetzt aber ist er auf großer Abschiedstournee in den deutschen Hallen.

Im Sommer verlässt der Linksaußen Kiel und kehrt zurück zu seinem Heimatclub Redbergslids Göteborg.

Und so wird wohl auch sein letztes Mal beim Lufthansa Final Four sein. "Klar", sagt er, "es wäre fantastisch, wenn ich zum Abschluss noch einmal viele Titel gewinnen könnte."

"Größer als Olympische Spiele"

Und das kann eben nicht nur der Pokal-Titel sein. Das Final Four der Champions League, das Ende Mai in Köln ausgetragen wird, steht schließlich auch noch an.

"Das ist größer als Olympische Spiele", erklärte Gislason den "Kieler Nachrichten", "dort spielen die besten Teams der Welt, vor einem fachkundigem Publikum."

Und bis dahin wird er sicherlich konsequent weitertrainieren lassen - auch wenn Wochenende höchstwahrscheinlich noch ein Titel dazukommen sollte.

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