Clara Woltering spielt bei Buducnost Podgorica © getty

Das Jensen-Team legt mit dem Sieg gegen Russland einen Traumstart in die EM-Qualifikation hin. Die DHB-Spitze ist begeistert.

Trier - DHB-Präsident Bernhard Bauer rieb sich verwundert die Augen, sein Vize Bob Hanning war von der bärenstarken Vorstellung der deutschen Handballerinnen beim 32:27 (18:11) gegen Rekord-Weltmeister Russland geradezu verzückt.

"Das war eine sehr engagierte Leistung. Vor allem das beherzte Zugreifen in der Abwehr und Torfrau Clara Woltering haben mir gut gefallen. Damit haben wir eine gute Basis für die weitere Qualifikation geschaffen", sagte Hanning nach dem Überraschungscoup.

Die stark ersatzgeschwächte Mannschaft von Bundestrainer Heine Jensen legte mit dem deutlichen Erfolg in Trier nicht nur einen Traumstart in die Qualifikation für die Europameisterschaft 2014 hin.

Sie sorgte auch für einen gelungenen Einstand des frisch gekürten Präsidiums des Deutschen Handballbundes (DHB) bei seiner Länderspielpremiere.

Jensen ist stolz

"Wir können sehr stolz darauf sein, was die Mannschaft geleistet hat. Jetzt haben wir eine gute Ausgangsposition in dieser schweren Gruppe", sagte Jensen und richtete den Blick sofort auf die kommenden Aufgaben. Am Sonntag (15.00 Uhr) trifft die DHB-Auswahl in Astrachan erneut auf die Russinnen. `Wir wollen Russland auch dort unter Druck setzen", sagte Jensen.

In der Qualifikation für das Turnier im kommenden Jahr in Kroatien und Ungarn (7. bis 21. Dezember) spielt das deutsche Team zudem gegen Mazedonien (11./12. und 14./15. Juni 2014). Um das EM-Ticket zu lösen, muss Deutschland mindestens Platz zwei in der Dreiergruppe belegen. Die Spiele gegen Russland dienen zudem als Vorbereitung auf die WM im Dezember in Serbien.

Ohne Sextett

Ohne die sechs Leistungsträgerinnen Anne Müller (Innenbandriss), Anne Hubinger, Nadja Nadgornaja, Kim Naidzinavicius (alle Handbruch), Katja Schülke und Isabell Klein (beide schwanger) überzeugte Deutschland vor 1480 Zuschauern besonders in der Defensive und mit einer überragenden Woltering im Tor.

"Ich möchte meine eigene Leistung nicht so sehr in den Vordergrund stellen, wir haben heute eine sehr gute Teamleistung abgeliefert und Russland von Beginn an unter Druck gesetzt", sagte Woltering bescheiden.

Guter Start

Bereits nach zehn Minuten hatte der EM-Siebte einen Fünf-Tore-Vorsprung herausgeworfen, zur Halbzeit führte das Jensen-Team sogar mit sieben Treffern.

Russland kam bis zum 21:25 zwar noch einmal heran, danach knackten aber vor allem Susann Müller und Marlene Zapf (beide 9 Treffer) den Widerstand und sorgten im deutschen Lager für zufriedene Gesichter.

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