Im Manipulationsskandal um den französischen Handball-Meister Montpellier HB hat die Polizei am Sonntag mehrere Spieler zur Befragung festgenommen. Darunter soll sich laut Medienberichten auch der frühere Welthandballer Nikola Karabatic befinden. "Mindestens sieben Spieler" seien in Gewahrsam genommen worden, hieß es am Abend.

Fünf Akteure, darunter Karabatic, seien direkt nach dem Meisterschaftsspiel Montpelliers bei Paris Saint-Germain (24:32) aus der Kabine geholt worden und mit Polizeiautos und Sirenen zum Verhör in den Pariser Vorort Nanterre gebracht worden.

Auch der Physiotherapeut verließ die Halle nach Augenzeugenberichten mit der Polizei. In Zivil gekleidete Polizisten sollen vor Spielbeginn die Halle in der französischen Hauptstadt betreten haben.

"Wir sind bestürzt. Wir haben nicht erwartet, dass sie so schnell in Haft genommen werden. Es sind keine schönen Bilder, aber in solch einem Fall ist es der normale Vorgang", sagte Etienne Capon, Generaldirektor der französischen Liga.

"Das ist eine harte Probe für die Spieler, den Verein und den gesamten Handball. Es ist eine sehr ernste Angelegenheit, und wir müssen sehr schnell die Wahrheit herausfinden", ergänzte Joel Deplanque, Präsident des nationalen Verbandes FFHB.

Von Montpellier gab am Sonntag niemand ein Statement ab. Am Montagnachmittag soll es eine Pressekonferenz geben.

Spieler des Vereins sollen am 12. Mai im Auswärtsspiel beim abstiegsgefährdeten Klub Cesson Rennes mit Wetten auf einen Halbzeitrückstand hohe Wettgelder kassiert haben.

Mit einem Einsatz von 5000 Euro sollen 200.000 Euro Gewinn gemacht worden sein. Am vergangenen Mittwoch war bekannt geworden, dass gegen den Klub ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde.

Die Wetteinsätze sollen über die Ehefrauen beziehungsweise Freundinnen in drei Wettbüros in Paris, Großbritannien und in der Nähe von Montpellier getätigt worden sein. Rennes lag zur Halbzeit mit 15:12 vorn. Mit dem 31:28-Sieg sicherten sich die Bretonen dann auch den Klassenerhalt.

Der französische Wettanbieter Francaise de Jeux (FDJ) hatte die auffällig hohen Wetteinsätze registriert und diesen Vorgang gemeldet. Montpellier war in Rennes ohne seine Nationalspieler angetreten. Die Vereinsverantwortlichen von Montpellier haben die Anschuldigungen bisher von sich gewiesen.

Weiterlesen