Bild aus besseren Tagen: Filip Jicha leidet immer noch unter seiner Knöchelverletzung © getty

Meister THW Kiel strebt beim Final Four in Köln auch nach Europas Krone. Doch nicht nur Veszprem hat etwas dagegen.

Vom Final Four berichtet Julian Meißner

Köln - Euphorisiert vom Sieg im Meisterschaftsdrama peilt der THW Kiel nur eine Woche später in der Champions League den nächsten Titel an.

"Natürlich hat die Meisterschaft einen Effekt. Das Selbstvertrauen der Mannschaft ist sehr groß", sagte Erfolgstrainer Alfred Gislason vor dem Halbfinale beim Final Four in Köln gegen MKB Veszprem am Samstag (15 Uhr im LIVE-TICKER): "Sie weiß, sie kann mit jeder Situation klarkommen."

Knapp eine Woche hatte er mit seinem Team Zeit, sich auf das Highlight im europäischen Klub-Handball vorzubereiten, auch die weiter angeschlagenen Schlüsselfiguren Filip Jicha und Aron Palmarsson waren dabei. Der ungarische Meister dagegen hat seit drei Wochen kein Spiel mehr bestritten und geht ungleich ausgeruhter in die Partie.

"Fit? Das wäre übertrieben"

An überbordenden Feierlichkeiten kann es jedoch nicht liegen, sollte den "Zebras" am Ende einer langen Saison die Luft ausgehen. Jicha, der immer noch unter seiner Knöchelverletzung leidet ("Fit? Das wäre übertrieben"), beteuerte, am Abend des Titelgewinns nach drei Bier um Mitternacht im Bett gewesen zu sein.

"Die Erschöpfung hat dabei eine große Rolle gespielt", so der Kapitän, für den es beim Training am Tag danach umso schöner war, "die Energie zu spüren", die der überraschende Titelgewinn im Jahr nach dem großen personellen Umbruch mit sich brachte.

Ein letztes Mal werden sich die Kieler also noch aufraffen, wobei angesichts der Ausgangslage durchaus ein Fragezeichen hinter der Leistungsfähigkeit in zwei Spielen binnen 48 Stunden steht. (DATENCENTER: Die Champions League)

Spanisch geprägter Gegner

Leicht wird schon die Aufgabe im Halbfinale nicht. "Veszprem ist eine sehr erfahrene Mannschaft und auch in der Breite super besetzt", warnte Gislason, der sein Team zum vierten Kieler Titelgewinn nach 2007, 2010 und 2012 steuern will.

Zum spanisch geprägten Gegner von Trainer Carlos Ortega gehört neben Spielmacher-Routinier Chema Rodriguez und dem 2,08-m-Hünen Laszlo Nagy auch der Ex-Kieler Momir Ilic. Der Rückraumspieler tritt mit einem "komischen Gefühl" gegen die alten Kollegen an, wie er bekannte.

Das furiose Meisterschaftsfinale habe er von Ungarn aus live in der Konferenz auf SPORT1 verfolgt, berichtete der Serbe und erklärte: "Kiel ist schwer zu stoppen. Aber wir werden alles geben." (SHOP: Jetzt Handball-Artikel kaufen).

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Flensburg gegen Star-Auswahl

Im Anschluss an das Kieler Halbfinale trifft dann die SG Flensburg bei ihrer ersten Teilnahme in Köln auf die Star-Auswahl von Rekordtitelträger FC Barcelona (17.45 Uhr im LIVE-TICKER).

"Wir haben nichts zu verlieren", sagte Nationalspieler Holger Glandorf zu SPORT1, stellte jedoch klar: "Wir wollen Spaß haben, aber auch um den Titel mitspielen. Sonst hätten wir hier nichts verloren. Allerdings wäre auch schon der Einzug ins Finale ein Riesenerfolg."

Schließlich stellen die Spanier mit Spielern vom Kaliber Nikola Karabatic, Kiril Lazarov, Siarhei Rutenka und Arpad Sterbik den imposantesten Kader im Welthandball.

Karabatic schiebt Favoritenrolle weg

Doch von der alleinigen Favoritenrolle wollen die Blaugrana, die in der heimischen Liga Asobal ohne Verlustpunkt Meister wurden, nichts wissen.

"Wir sind hier in Deutschland, daher ist für mich eher der THW Kiel der Favorit auf den Titel", sagte Superstar Karabatic im Gespräch mit SPORT1: "Für uns wird das Halbfinale schwer genug. Flensburg hat eine sehr starke Saison gespielt. Sie sind für mich kein Außenseiter."

Überhaupt habe der Titel des HSV Hamburg im vergangenen Jahr gezeigt: "Beim Final Four ist alles möglich."

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