Der HSV Hamburg wurde 2011 Deutscher Meister © imago

Nach der geglückten Champions-League-Quali wartet auf den erleichterten HSV die Klub-WM. Die Füchse hadern mit dem Glück.

Hamburg - Kapitän Pascal Hens führte ein Tänzchen auf, Matchwinner Adrian Pfahl strahlte trotz bevorstehender OP über das ganze Gesicht, und Trainer Martin Schwalb war einfach nur erleichtert.

Beim Titelverteidiger HSV Hamburg herrschte nach dem 27:26 (10:14) im Rückspiel der dramatischen Champions-League-Quali gegen die Füchse Berlin ausgelassene Party-Stimmung.

"Ich bin sehr stolz, dass wir es noch geschafft haben. Da ist eine Menge Druck von uns abgefallen. Jetzt kann die Saison richtig losgehen", sagte Hens nach der beeindruckenden Aufholjagd des HSV (Bericht).

Und Vereinspräsident Matthias Rudolph stellte zufrieden fest: "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen. In den letzten zehn Minuten haben wir gezeigt, wer wir sind."

Auf nach Doha

Doch schon am Tag nach der siebten Champions-League-Qualifikation in Folge war der Last-Minute-Sieg im Playoff-Duell gegen die Füchse (Hinspiel 30:30) abgehakt, der Blick der Hanseaten ging nach vorn.

Bei der bevorstehenden Klub-WM (25. bis 30. August) winkt schließlich eine Menge Kohle.

"Wir fahren da nicht zum Spaß hin, wir wollen in Doha den Titel holen", sagte Schwalb vor dem Abflug am Samstagmorgen. Bei der Weltmeisterschaft für Vereinsmannschaften in Katar bekommt der Sieger rund 300.000 Euro - ein Preisgeld, das die Hamburger angesichts ihres ebenso breiten wie exquisiten Kaders gut gebrauchen können.

Der einzig ernstzunehmende Gegner im arabischen Emirat ist der spanische Champions-League-Finalist FC Barcelona.

Pfahl fällt wochenlang aus

Verzichten muss der HSV bei seiner ersten Titel-Mission der neuen Saison allerdings auf Adrian Pfahl.

Nach seiner Gala-Vorstellung mit sechs Toren gegen die Füchse wird der Nationalspieler am Montag operiert und fällt die nächsten vier bis fünf Wochen aus.

"Durch den Eingriff hoffe ich, dass ich meinen Ellenbogen wieder zu 100 Prozent belasten kann und zu alter Stärke zurückkehre", sagte Pfahl, der das Siegtor gegen Berlin 60 Sekunden vor dem Ende erzielte.

Aufholjagd verhindert Drama

Noch in den Minuten zuvor hatte vieles auf ein sportliches Drama für die Hamburger hingedeutet.

Der HSV lag Mitte der zweiten Halbzeit bereits mit fünf Toren zurück, ehe er angetrieben von Spielmacher Domagoj Duvnjak und Schlussmann Johannes Bitter Tor um Tor verkürzte und drei Minuten vor Schluss ausglich.

"Es waren Nuancen, die das Spiel entschieden haben", sagte Füchse-Keeper Silvio Heinevetter. "Wir waren in beiden Spielen mindestens ebenbürtig und hätten die Qualifikation verdient gehabt, aber am Ende müssen wir uns an unsere eigene Nase fassen. Das ist bitter."

Heinevetter starker Rückhalt

An dem Nationaltorhüter lag es jedenfalls nicht, dass die Berliner nach zwei Jahren in der Champions League in dieser Saison mit der Teilnahme am EHF-Pokal vorliebnehmen müssen.

Heinevetter, der seinen Vertrag in Berlin nach langem Tauziehen mit dem HSV erst am vergangenen Mittwoch bis 2018 verlängert hatte, zeigte sich vom Wirbel um seine Person unbeeindruckt und hielt sein Team mit insgesamt 19 Paraden lange auf Champions-League-Kurs.

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