Domagoj Duvnjak (l.) wechselte 2009 von RK Zagreb nach Hamburg © imago

Nach dem Hinspiel-Remis setzen sich die Hamburger knapp gegen die Füchse durch und ziehen in die Champions League ein.

Hamburg - Titelverteidiger HSV Hamburg hat sich nach einem echten Handball-Krimi erneut für die Champions League qualifiziert.

Die Mannschaft von Trainer Martin Schwalb besiegte die Füchse Berlin im Rückspiel des deutschen Playoff-Duells nach einer beeindruckenden Aufholjagd mit 27:26 (10:14) und sicherte sich als viertes deutsches Team das Ticket für die Gruppenphase der Königsklasse.

Der Siegtreffer fiel in der Schlussminute.

Ex-Hamburger Petersen top

Bester Torschütze der Hamburger, die vor 6620 Zuschauern Mitte der zweiten Halbzeit mit fünf Toren zurücklagen, war Nationalspieler Adrian Pfahl mit sechs Treffern.

Auf Seiten der Berliner traf Linksaußen Fredrik Petersen am häufigsten (8).

Titel-Bilder helfen

Im Hinspiel am Mittwoch in Berlin hatten sich beide Teams 30:30 getrennt.

"Das war immens wichtig. Ein ganzer Verein hing daran, dass wir uns qualifizieren", sagte Pfahl, der am Montag an seinem lädierten linken Ellenbogen operiert wird und seinem Klub bei der am Sonntag beginnenden Klub-WM in Doha deswegen nicht zur Verfügung steht: "Am Ende hatten wir die Bilder vom Champions-League-Sieg im Kopf."

Sigurdsson als schlechter Verlierer

HSV-Klubchef Matthias Rudolph meinte: "Da sind wir noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Die Mannschaft hat sich in der Schlussphase zusammengerissen."

Berlins Coach Dagur Sigurdsson sagte: "Es war ein großer Kampf über 120 Minuten. Wir waren die bessere Mannschaft, am Ende hat Hamburg glücklich gewonnen."

Füchse nun im EHF-Pokal

In Gruppe D ab Mitte September trifft Hamburg auf Vizemeister SG Flensburg-Handewitt, Aalborg Handball (Dänemark), RK Gorenje Velenje (Slowenien), La Rioja (Spanien) und einen Qualifikanten.

Als weitere deutsche Teams sind der THW Kiel und die Rhein-Neckar Löwen für die Gruppenphase qualifiziert.

Die Füchse starten im EHF-Pokal.

Heinevetter-Streit vorbei

Wie schon im Hinspiel waren auch in Hamburg alle Augen auf Silvio Heinevetter gerichtet.

Nachdem der Nationaltorhüter seinen Vertrag bei den Füchsen nach langem Tauziehen zwischen den Klubs unmittelbar vor der Partie am Mittwoch bis 2018 verlängert hatte, erklärten die Vereinsbosse den wochenlangen Dauerzwist am Freitag für beendet.

"Jetzt sollte man das Ganze mal stehen lassen", sagte Berlins Geschäftsführer Bob Hanning.

Und auch HSV-Präsident Matthias Rudolph, der Heinevetter zuletzt heftig umworben hatte, beteuerte: "Der Fall ist jetzt aber auch gegessen."

Heine hält überragend

Heinevetter war von dem Wirbel um seine Person nichts anzumerken.

Der Füchse-Keeper brauchte am Freitagabend gerade einmal fünf Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen.

Mit seinen Paraden hatte er maßgeblichen Anteil daran, dass sich die Gäste nach einem 1:3-Rückstand (5.) binnen zwölf Minuten eine Vier-Tore-Führung erspielten.

Nach gehaltenen Bällen leitete der Berliner Schlussmann immer wieder schnelle Gegenstöße ein, die vorzugsweise der frühere Hamburger Fredrik Petersen verwertete.

HSV mit Zwischenspurt

Selbst vom Zwischenspurt des HSV zum 9:9 (23.) ließ sich Berlin nicht beeindrucken und spielte weiter ruhig seinen Stiefel herunter.

Beim 14:10 zur Halbzeit standen in Heinevetters Bilanz bereits beeindruckende 14 Paraden zu Buche.

Lindberg mit dem Ausgleich

Im zweiten Abschnitt bot sich zunächst das gleiche Bild. Der HSV erspielte sich Chancen am Fließband, doch Heinevetter ließ sich kaum bezwingen, die Füchse enteilten auf 19:14 (38.).

Der HSV steckte allerdings nicht auf.

Angetrieben von Spielmacher Domagoj Duvnjak kämpfte sich die beste Vereinsmannschaft der vergangegen Saison zurück ins Spiel und hatte beim Stand von 24:25 (55.) erstmals im zweiten Abschnitt die Chance auf den Ausgleich.

Den besorgte dann Rechtsaußen Hans Lindberg drei Minuten vor dem Ende (26:26).

60 Sekunden vor Schluss sorgte Pfahl mit dem 27:26 für die Entscheidung.

Titelverteidiger nicht direkt gesetzt

Das deutsche Duell war notwendig geworden, weil sich die Hamburger als Bundesliga-Fünfter nicht erneut für den Wettbewerb qualifiziert hatten.

Im Handball ist der Titelverteidiger im Gegensatz zum Fußball nicht direkt qualifiziert.

Die Partie im Stenogramm:

HSV Hamburg - Füchse Berlin 27:26 (10:14)Tore: Pfahl (6), Lindberg (5/4), Duvnjak (3), Jansen (3), Hens (2), Schröder (2), Djordjic (2), Mahe (1), Nilsson (1), Toft Hansen (1), Markovic (1) für HamburgPetersen (8/3), Zachrisson (7), Nielsen (4), Igropulo (2), Horak (2), Romero (2), Jaszka (1) für BerlinZuschauer: 6620

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