Silvio Heinevetter wechselte 2009 von Magdeburg zu den Füchsen Berlin © getty

Nach Heinevetters Verlängerung erklären Füchse-Geschäftsführer Hanning und HSV-Chef Rudolph den Ärger bei SPORT1 für beendet.

Von Andre Büge

München - Das erste Playoff-Spiel um den Einzug in die Champions League zwischen den Füchsen Berlin und dem HSV Hamburg ist ohne Sieger geblieben (Bericht).

Aber zumindest das Rennen um die Dienste von Nationaltorhüter Silvio Heinevetter haben die Füchse für sich entschieden. Der 28-Jährige verlängerte in Berlin seinen bis 2014 datierten Vertrag um fünf Jahre, unmittelbar vor dem 30:30 im Fuchsbau gab es der Hauptstadtklub bekannt (Bericht).

Der Streit um Heinevetter überlagerte die Partie trotzdem. Vor dem Rückspiel am Freitagabend erklären ihn die Bosse beider Klubs bei SPORT1 nun aber für beendet.

"Jetzt sollte man das Ganze mal stehen lassen", wünscht sich Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. Und auch HSV-Präsident Matthias Rudolph beteuert: "Der Fall ist jetzt aber auch gegessen."

Rudolph wundert sich

Beide verzichten allerdings nicht darauf, noch einmal ihre Standpunkte deutlich zu machen.

"Dass Herr Steffel sich derart zu Wort meldet, war für mich verwunderlich", erklärt HSV-Klubchef Matthias Rudolph bei SPORT1 in Richtung von Füchse-Präsident Frank Steffel:

"Einen Spieler zu schützen und zu sagen 'Wir sind seine Familie', ist ja richtig. Aber zu sagen, 'andere sind doof', fand ich nicht gut. Das habe ich ihm auch gesagt."

"Nicht meine Art"

Steffel hatte Rudolph zuvor mit Chelsea-Mäzen Roman Abramowitsch verglichen und den HSV als "Spielzeug" der Rudolph-Brüder bezeichnet, an dem diese schnell ihren Spaß verlieren könnten.

Beim ersten Playoff-Spiel um den Einzug in die Königsklasse trafen die beiden Streithähne nun aufeinander.

"Ich habe mich mit ihm unterhalten, nicht um über den Spieler zu sprechen, sondern über die Art andere zu kritisieren und zu sagen, was andere falsch machen. Das fand ich nicht schön und das ist nicht meine Art", erklärt Rudolph.

Schwalb fordert Respekt

Der Trainer der Hamburger war seinem Präsidenten zuvor zur Seite gesprungen.

"Ich finde es nicht gut, einen ganzen Verein in Misskredit zu bringen. Ich habe Respekt vor den Füchsen Berlin, und ich erwarte auch von anderen Leuten eine gewisse Form von Respekt", forderte Martin Schwalb nach dem Spiel.

Kein HSV-Angebot für Heinevetter

Dass der Streit um Heinevetter so eskaliert "überrascht" auch Rudolph, zumal Heinevetter nun ohnehin bei den Füchsen bleibt und, so der HSV-Präsident, längst klar war, dass er nicht zum HSV wechseln werde.

"Dass Heinevetter nicht nach Hamburg kommen würde, war mir lange vor der Verlängerung gestern klar. Wenn wir ihm kein konkretes Angebot unterbreitet haben, wissen wir natürlich auch, dass er nicht kommt", erklärt der Klubchef.

Gegenseitiges Interesse

Dass der HSV sich jedoch um den Nationaltorhüter bemüht hat, will aber auch Rudolph nicht verneinen.

"Wir haben uns mal für Heinevetter interessiert, Gedanken ausgetauscht und er hat auch Interesse bekundet. Man hat einen finanziellen Rahmen abgesteckt, aber das ist alles schon lange her. Ich gratuliere den Berlinern dazu, dass Heinevetter in Berlin bleibt und vielleicht gehört der auch einfach nach Berlin."

Die Posse im Werben um Heinevetter, sei ohnehin "aufgebauscht und dann noch einmal von Herrn Steffel aufgekocht worden".

Verständnis für Steffel

Füchse-Geschäftsführer Hanning hat indes durchaus Verständnis für die zahlreichen Spitzen seines Präsidenten in Richtung seines alten Klubs.

"Das Interesse des HSV war auch laut und öffentlich und hat dann diese Reaktion hervorgerufen", befindet Hanning:

"Ich bin der Meinung, dass jeder gut daran tut, sich um seine Aufgaben zu kümmern. Wir haben zwei unterschiedliche Philosophien, die da aufeinandertreffen. Er verteidigt seinen Verein als Präsident und er hat schon gewusst, dass es schon ein Angriff ist, wenn wir Silvio Heinevetter verloren hätten. Das wäre schon der Worst Case gewesen."

Nachdem dieser Worst Case nicht eingetreten ist, soll es damit nun auch gut sein, so Hanning: "Wir sind ja alle erwachsene Menschen."

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