Domagoj Duvnjak (M.) verlässt den HSV nach der Saison Richtung Kiel © imago

Nach dem Tauziehen um Heinevetter geben sich die angriffslustigen Berliner vor der Quali für die Königsklasse zurückhaltend.

Von Andre Büge

München - Zwischen den Füchsen Berlin und dem HSV Hamburg hat es zuletzt reichlich Zündstoff gegeben.

Grund dafür war das Werben des HSV um die Dienste des Berliner Torhüters Silvio Heinevetter (Bericht).

Doch diese Personalie ist jetzt vom Tisch. Heinevetter hat sich entschieden - und zwar für die Füchse.

Der 28-Jährige unterschrieb am Mittwoch unmittelbar vor dem ersten Playoff-Spiel gegen den HSV einen neuen Fünfjahresvertrag in der Hauptstadt.

Wenn die beiden Mannschaften am Abend nun das Spielfeld betreten, ist das Transfermarkt-Duell der beiden Handball-Schwergewichte nur noch eine Randnotiz, denn dann geht es um den Einzug in die Königsklasse.

"HSV ist immer der Favorit"

Gaben sich die Berliner Verantwortlichen im Fall Heinevetter noch vor Vertragsunterschrift angriffslustig, backen sie im Hinblick auf die Champions-League-Playoffs nun kleinere Brötchen.

"Der HSV ist natürlich in zwei Spielen immer der Favorit, weil er über einen so breiten Kader verfügt, der in der Spitze auch mit so viel Weltklasse besetzt ist, dass man einfach davon ausgehen muss, dass sie die Qualität haben, sich durchzusetzen", erklärt Bob Hanning bei SPORT1.fm.

Traum vom Weiterkommen

Trotz Hamburgs Stärke haben die Füchse ein klares Ziel vor Augen - auch wenn Hanning es recht zurückhaltend formuliert: "Natürlich träumen wir davon weiterzukommen."

Hoffnung schöpft der Geschäftsführer der Berliner vor allem aus der Einstellung seiner Spieler: "Wenn man der Mannschaft zuhört und in die Gesichter schaut, dann hat man auch den Eindruck, dass sie wirklich dran glauben."

Zuversichtlich stimmt den letztjährigen Bundesliga-Vierten auch, dass sie sich zumindest in der letzten DKB-HBL-Saison auf Augenhöhe mit dem HSV präsentierten.

"In der Bundesliga ist der HSV hinter uns auf Platz fünf eingelaufen, deshalb bin ich sehr gespannt, wer sich zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison besser präsentiert", freut sich Hanning auf das Duell.

Exzellent verstärkt

Im Sommer gewannen aber vor allem die Hamburger noch einmal deutlich an Qualität hinzu.

Trotz zahlreicher Abgänge heben Neuzugänge wie Adrian Pfahl, Petar Djordjic, Davor Dominikovic, Joan Canellas oder Henrik Toft Hansen das ohnehin schon hohe Niveau des aktuellen Champions-League-Siegers zusätzlich an.

"Der HSV hat eine Kanonentruppe", erkennt auch Flensburgs Coach Ljubomir Vranjes bewundernd an.

Heinevetter nicht zum HSV

Dass der Kader der Hamburger in Heinevetter um einen weiteren Topmann ergänzt werden könnte, hatte Hanning ohnehin nicht geglaubt. ( 742898 DIASHOW: Der Transfermarkt der DKB HBL )

"Wenn er sich für den HSV entschieden hätte, dann hätte er das schon getan", erklärte der 45-Jährige bei SPORT1.fm.

Und auch SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar nährte bei SPORT1.fm die Hoffnung der Füchse-Fans auf einen Verbleib Heinevetters: "Ich bin mir 100 Prozent sicher, dass er in Berlin bleibt."

"Ganz, ganz schwere Aufgabe"

Im Werben um den deutschen Nationaltorhüter konnten sich die Füchse Berlin nun also gegen den HSV durchsetzen.

Im Kampf um die Königsklasse will der HSV als aktueller Titelträger eine mögliche zweite Niederlage mit aller Macht verhindern.

Das weiß auch Hanning - und übt sich in seiner Prognose für das erste Aufeinandertreffen merklich in Vorsicht.

"Wir schauen, dass wir ein positives Ergebnis erzielen. Aber der HSV mit seinen Weltstars - das wird eine ganz, ganz schwere Aufgabe."

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