Keeper Johannes Bitter kam 2007 aus Magdeburg nach Hamburg © imago

Seit dem Comeback des Torwarts ist Hamburg ungeschlagen. Nun will der HSV Montpellier eliminieren. Carlen ist womöglich dabei.

Von Felix Götz

München - Auf der Homepage von Montpellier HB befindet sich bereits ein neues Mannschaftsfoto - ohne die zu Aix-en-Provence abgewanderten Nikola und Luka Karabatic

Dem französischen Meister war es offenbar sehr wichtig, nicht mehr mit den in einen Manipulationsskandal verwickelten Brüdern in Verbindung gebracht zu werden.

Am Samstag (ab 19 Uhr LIVESCORES) gastiert das Team von Trainer Patrice Canayer nun also ohne den früheren Superstar Nikola Karabatic zum letzten Gruppenspiel der Champions League in Hamburg.

Für Montpellier eine enorm wichtige Partie. Der Klub von der Mittelmeerküste belegt mit nur einem Punkt Vorsprung auf Ademar Leon Rang vier - der Einzug ins Achtelfinale ist in Gefahr.

HSV will sich belohnen

Für den HSV geht es derweil um den Gruppensieg. Die Mannschaft von Trainer Martin Schwalb liegt nach dem 29:29 der SG Flensburg-Handewitt bei Medvedi Chekhow (Bericht) mit einem Punkt Rückstand auf die SG auf Platz zwei.

Hamburg hat eine Tordifferenz von plus 39, die Flensburger weisen eine Tordifferenz von plus 31 auf - ein Remis würde Hamburg also zum Gruppensieg reichen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir wollen das Spiel gegen Montpellier gewinnen und uns mit dem Gruppensieg belohnen", sagte HSV-Trainer Martin Schwalb.

Sicher keine leichte Aufgabe. Obwohl Karabatic weg ist, hat Montpellier beispielsweise mit dem früheren Kieler Rechtsaußen Vid Kavticnik oder Rückraumspieler William Accambray immer noch Topleute in seinen Reihen.

Bitter sieht Luft nach oben

Doch die hat auch Hamburg. Ein ganz wichtiger Mann ist derzeit Johannes Bitter.

Der Torhüter, der Dan Beutler nach seiner Rückkehr nach einem Kreuzbandriss den Platz zwischen den Pfosten streitig machte, hielt zuletzt teilweise überragende fast 50 Prozent der Bälle.

"Bei mir ist aber noch einiges an Luft nach oben", sagte Bitter der "MOPO". Dabei ist der HSV seit dem Comeback des Weltmeisters von 2007 unbesiegt.

Hamburg hat viel vor

Das liegt wohl auch am großen Spaß, den Bitter momentan bei der Arbeit hat.

"Mehr denn je genieße ich es, Handball zu spielen, weil ich am eigenen Leib erfahren habe, wie schnell es vorbei sein kann. Vieles bedeutet mir mehr - auch Dinge, die einem früher eher lästig erschienen", erklärte der 30-Jährige, der in dieser Spielzeit noch einiges vor hat:

"Wir wollen den Pokal holen, ins Champions-League-Final-Four und dort auch gewinnen und uns in der Liga für die nächste Champions-League-Saison qualifizieren."(NEWS: Alles zum Handball)

Überragender Lindberg wichtig

Dafür ist ein überragender Hans Lindberg nötig. Montpellier dürfte jedenfalls noch schlechte Erinnerungen an den Dänen haben.

Beim 33:29-Sieg im Hinspiel in Frankreich schenkte der Rechtsaußen dem 14-maligen französischen Meister zehn Tore ein.

Insgesamt ist Lindberg in der Champions League überragend. Mit 61 Treffern führt er die Torschützenliste der "Königsklasse" aktuell an.

Carlen vor Comeback

Sportlich für Furore sorgen würde auch Oscar Carlen gerne endlich wieder, dessen Comeback zuletzt immer wieder verschoben wurde.

Nach zwei Kreuzbandrissen, drei Operationen und unzähligen Stunden in der Reha steht der Schwede nun offenbar aber tatsächlich vor einer Rückkehr auf die Platte.

"Letzte Woche hatte ich leichte Probleme", meinte Carlen: "Aber wenn die nächsten Tage so gut laufen, wie die am Anfang der Woche, dann werde ich am Sonnabend spielen."

Allerdings stellte er klar, dass er kein unnötiges Risiko eingehen werde: "Ich habe mir geschworen, diesmal nur auf meinen Körper zu hören, egal, was andere sagen."

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