In der Bundesliga reichte es für Domagoj Duvnjaks (2.v.l.) Hamburger nur zu einem 25:25 gegen Flensburg © getty

Die Heimmisere der Hamburger verleiht dem Duell mit Flensburg zusätzliche Brisanz. Ein Transfer-Coup steht beim HSV bevor.

Von Marc-Oliver Robbers

München - Die sportliche Verlaufskurve der beiden Nordklubs Hamburg und Flensburg gleicht sich in dieser Saison auffällig.

In der DKB Handball-Bundesliga haben beide Teams bereits acht Minuspunkte auf dem Konto, das Spitzen-Duo, die Rhein-Neckar Löwen und der THW Kiel, scheinen enteilt.

Ganz anders sieht es in der Champions League aus. Der HSV führt die Gruppe A vor dem direkten Duell (So., ab 17.30 LIVESCORES) mit 7:1 Punkten an, Flensburg folgt mit einer 6:2-Bilanz.

Auf den weiteren Plätzen befinden sich mit Russlands Serienmeister Medwedi Moskau (5:3), dem spanischen Topklub Ademar Leon (3:5), Partizan Belgrad (2:6) und dem ehemaligen Champions-League-Sieger aus Montpellier (1:7) wahrlich keine Leichtgewichte (DATENCENTER: Champions League).

"Niveau der Bundesliga höher"

HSV-Präsident Matthias Rudolph hat eine einfache Erklärung für die Diskrepanz zwischen Liga und Königsklasse.

"Das Niveau in der Bundesliga ist höher als in der Vorrunde der Champions League. In der jetzigen Phase der Champions League werden wir nicht so gefordert wie in der Meisterschaft", berichtet Rudolph der "dpa".

Doch von einer Verschnaufpause will vor dem Prestigeduell niemand etwas wissen. "Die Champions League ist immer etwas Besonderes. Denn dort treffen wir auf Teams, die sich die Teilnahme an der Königsklasse über Jahre erarbeitet und verdient haben", sagt HSV-Trainer Martin Schwalb.

Schwalb verspricht heißen Fight

Der Bedeutung des Spiels ist er sich bewusst: "Gegen die SG kommt natürlich noch die Brisanz des Nord-Derbys hinzu. Das wollen wir unbedingt gewinnen, denn mit einem Sieg hätten wir auch gute Chancen, die Gruppenphase auf Platz 1 zu beenden."

Ein besonderes Spiel ist es auch für Torhüter Torhüter Dan Beutler, der von 2003 bis 2011 das Flensburger Tor hütete.

Er erinnert sich: "Wenn ich damals mit Flensburg nach Hamburg kam, hatte ich immer das Gefühl: Hier können wir nicht gewinnen", sagt Beutler, "da müssen wir wieder hin."

Wiedergutmachung angesagt

Denn zuletzt war die Hamburger O2-World eine leicht einzunehmende Festung. Die eigenen Anhänger mussten in der Liga zuletzt zwei bittere Heimpleiten gegen die Löwen und gegen Kiel über sich ergehen lassen.

"Die Fans können jedenfalls einen heißen Fight erwarten, denn nach den letzten schweren Heimspielen will die Mannschaft ihren Anhängern unbedingt einen Sieg schenken", verspricht Schwalb Wiedergutmachung.

Toft Hansen soll kommen

Fraglich ist, ob Spielmacher Michael Kraus in diesen Fight eingreifen kann. Mit einem Muskelfaserriss in der Wade fällt er nun schon länger aus.

Vielleicht wagen wir bei Mimi Kraus einen Test", macht Schwalb Hoffnung auf einen Einsatz.

Eine gute personelle Nachricht aber gibt es auf Hamburger Seite. Mit dem Dänen Henrik Toft Hansen, der aus der Konkursmasse der AG Kopenhagen stammt, ist man sich nach Informationen des "Hamburger Abendblatt" über einen Wechsel einig.

Der Kreisläufer soll Igor Vori ersetzen, der beim HSV vor dem Absprung steht. Derzeit spielt der 25-Jährige für Bjerringbro-Silkeborg.

Verletzungssorgen bei Flensburg

Auch die Flensburger kämpfen mit Verletzungsproblemen. Bei Nationalspieler Lars Kaufmann wurde eine Teilresektion des Meniskus durchgeführt. Wie lange er ausfällt, ist unklar.

SG-Geschäftsfüher Dirk Schmäschke gibt sich aber kämpferisch: ""Die Mannschaft wird noch enger zusammenzurücken, um den Ausfall zu kompensieren."

Flensburg sieht sich aber nicht chancenlos in Hamburg. "Der Gruppensieg ist im Bereich des Möglichen", prophezeit Schmäschke und fügt an: "Mal sehen, was wir in Hamburg bewegen können."

"Wenig über HSV geredet"

Neben dem Langzeitverletzten Petar Djordjic (Kreuzbandverletzung) fehlt auch der gerade erst verpflichtete Rechtsaußen Florian von Gruchalla mit einer Kapsel- und Bänderverletzung im rechten Fuß.

Trainer Ljubomir Vranjes legte deshalb vor der Partie das Hauptaugenmerk auf die Kompensation der Verletzten. Neue Varianten wurden einstudiert, zudem soll die Fehlerquote reduziert werden.

"Wir haben wenig über den HSV geredet, da wir diesen Gegner sehr gut kennen. Stattdessen haben wir uns voll auf uns selbst konzentriert", berichtet Vranjes.

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