Filip Jicha spielt bereits seit 2007 beim THW Kiel © getty

Beim letzten Bezwinger gewinnen die Kieler zum Auftakt der Champions League klar. Die Füchse besiegen Dynamo Minsk.

Berlin - Der THW Kiel hat die Operation Titelverteidigung in der Handball-Champions-League mit einem eindrucksvollen Zeichen der Stärke begonnen. (DATENCENTER: Champions League)

Der deutsche Double-Gewinner siegte zum Auftakt der Gruppenphase in der Neuauflage des Finals der Vorsaison bei BM Atletico Madrid mit 32:27 (17:15) und zeigte die mit Abstand beste Leistung im deutschen Quartett, das drei Siege und ein Remis verbuchte.

Berlin mit Arbeitssieg

Die Füchse Berlin starteten nach einer über weite Strecken schwachen Leistung mit einem 29:25 (13:13)-Arbeitssieg gegen den weißrussischen Qualifikanten Dynamo Minsk.

Auch der HSV Hamburg war trotz eines 28:26 (14:13) bei den Spaniern von Ademar Leon von seiner Bestform noch einen Schritt entfernt.

Remis von Flensburg

Die SG Flensburg-Handewitt hatte am Donnerstag als erste der vier deutschen Mannschaf ten die Königsklasse in Angriff genommen und gegen die Star-Auswahl von Montpellier HB ein 37:37 erreicht.

Karabatic in U-Haft

Das französische Spitzenteam bestimmte auch noch drei Tage nach dem Spiel die Schlagzeilen, denn der Manipulationsskandal um den Klub aus der Mittelmeerstadt zieht immer größere Kreise. Am Sonntag nahm die Pariser Polizei zwölf Personen zur Befragung in Untersuchungshaft, darunter den früheren Welthandballer Nikola Karabatic.

Insgesamt sollen nach Medienberichten acht Spieler aus Montpellier, zwei ehemalige Akteure des Klubs, ein Team-Mitarbeiter sowie eine Lebensgefährtin eines Spielers verhört werden.

Spieler des Vereins sollen am 12. Mai im Auswärtsspiel beim abstiegsgefährdeten Klub Cesson Rennes mit Wetten auf einen Halbzeitrückstand hohe Gewinne kassiert haben.

Coole Kieler

Die Kieler behielten derweil im riesigen Palacio Vistalegre von Madrid kühlen Kopf und spielten von Beginn an hochkonzentriert.

Beim Stand von 3:7 (9.) nahm der sichtlich beeindruckte spanische Vizemeister, der sich nach der Endspiel-Niederlage gegen die Kieler (21:26) unter anderem mit dem zweimaligen kroatischen Welthandballer Ivano Balic verstärkt hatte, eine Auszeit.

THW am Drücker

Auch wenn die Spanier schnell wieder Kontakt aufnahmen, ließ der THW im Spielverlauf nie nach und hatte immer wieder die passende Antwort parat. Mit seinem Treffer zum 26:22 stellte der starke Dominik Klein in der 45. Minute die Weichen endgültig auf Sieg.

Füchse siegen mit "Grottenkick"

Die Füchse waren dagegen gegen die weißrussischen Außenseiter weit von der Form entfernt, die sie in der vergangenen Saison bis ins Final-Four-Turnier geführt hatte.

"Im Fußball würde man so etwas als Grottenkick bezeichnen. Das war nicht akzeptabel. Wichtig sind nur die beiden Punkte. Wir müssen daran arbeiten, dass wir auf europäischem Niveau besser in die Spur kommen", sagte Nationalspieler Sven-Sören Christophersen.

Unbekanntes Terrain

Die Füchse mussten erstmals im Velodrom am Prenzlauer Berg antreten, da die Schmeling-Halle bei der Terminbekanntgabe bereits belegt war. Erst durch eine Leistungssteigerung in der Schlussphase sorgten die Berliner vor 3813 Zuschauern für klare Verhältnisse.

Bester Werfer war Ivan Nincevic mit acht Toren. Entscheidender Mann beim Endspurt war Iker Romero, der mit drei Treffern die Gegenwehr der Gäste brach.

Schwalb trotz Sieg unzufrieden

Der HSV verbuchte in Leon zwar einen Achtungserfolg, rundum zufrieden war Trainer Martin Schwalb aber nicht. "Die Abwehr hat das Spiel in der zweiten Halbzeit gewonnen. Wir haben viel zu viele Fehler gemacht. Wir sind froh, mit einem Sieg in die Champions League gestartet zu sein, haben aber auch gesehen, dass wir weiter arbeiten müssen", sagte der ehemalige Weltklassespieler.

Torjäger Hans Lindberg war einmal mehr bester Hamburger Werfer (9/1).

BM Atletico Madrid - THW Kiel 27:32 (15:17)

Tore: Jicha (7), Klein (5), Vujin (4), Palmarsson (4), Ilic (4), Toft Hansen (3), Narcisse (3), Sprenger (1), Ahlm (1) für Kiel; Bester Werfer Madrid: Lazarov (6)

Zuschauer: 8853

Füchse Berlin - Dinamo Minsk 29:25 (13:13)

Tore: Nincevic (8), Jazka (5), Richwien (4), Bult (4), Romero (3), Laen (2), Christophersen (2), Pevnov (1) für Berlin; Sevaljevic (5) bester Werfer für Minsk.

Zuschauer: 3813

Ademar Leon - HSV Hamburg 26:28 (13:14)

Tore: Pasarin (11/3), Dutra (4), Pertusa (3/1), Gutierrez (3), Campos (2), Gol ubovic (2), Leoz (1) für Leon; Lindberg (9/1), Vori (5), Lijewski (5), Nilsson (3), Duvnjak (2), Kraus (1), Lackovic (1), Hens (1), Petersen (1), für Hamburg

SG Flensburg-Handewitt - Montpellier HB 37:37 (19:18)

Tore: Eggert (8), Glandorf (7), Svan Hansen (6), Kaufmann (6), Atlason (4), Mogensen (3), Heinl (2), Knudsen (1) für Flensburg; Gajic (8), Grebille (7), Tej (5), Accambray (5), Metlicic (4), Karabatic (4), Mamelund (4) für Montpellier. -

Zuschauer: 3414

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