Talant Duschebajew trainiert BM Atletico Madrid (ehemals BM Ciudad Real) seit 2005 © getty

Der Knaller zwischen Madrid und Kiel: Bei SPORT1 lobt Atleticos Coach den THW. Er weiß aber auch um die Stärken seines Teams.

Von Felix Götz

München - Handball-Herz was willst du mehr?

Am Sonntag (ab 18 Uhr LIVESCORES) kommt es am ersten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase zum Vorjahres-Endspiel zwischen Atletico Madrid und Titelverteidiger THW Kiel. (DATENCENTER: Champions League)

In den vergangenen sieben Jahren waren diese beiden Mannschaften das Maß aller Dinge in der Königsklasse.

Drei Mal gewann das deutsche Überteam den Wettbewerb, drei Mal siegten die Spanier, die bis 2011 noch als Ciudad Real auf der Handball-Landkarte zu finden waren.

Nur ein Mal - nämlich 2011 - setzte sich der FC Barcelona die Krone auf.

Duschebajew fordert das perfekte Spiel

"Gegen den THW anzutreten, bedeutet immer eine sehr große Aufgabe. Sie sind die stärkste Mannschaft im Turnier und unglaublich erfahren", sagt Atleticos lebende Trainerlegende Talant Duschebajew im Gespräch mit SPORT1.

Der 44-Jährige, der in der Bundesliga als Spieler für Nettelstedt und Minden aktiv war, führte Ciudad beziehungsweise Atletico zu vier spanischen Meisterschaften, drei Pokalsiegen und drei Champions-League-Triumphen.

Duschebajew weiß also ganz genau, worauf es im Palacio Vistalegre ankommen wird.

"Will man Kiel schlagen, dann muss man eine perfekte Leistung abliefern. Angriff, Abwehr, Gegenstoß - alles muss fehlerfrei funktionieren", erklärt der frühere Spielmacher.

Lob für den THW

Er hat vor den "Zebras" großen Respekt.

Vor allem die vergangene Saison, als die Norddeutschen das Triple holten und in der Bundesliga ohne Punktverlust blieben, hat den früheren Nationalspieler Russlands und Spaniens beeindruckt.

"Was Kiel in der vergangenen Saison geschafft hat, ist unglaublich und ein Vorbild für die ganze Welt", lobt Duschebajew.

[kaltura id="0_m7eeqz3k" class="full_size" title="Sieg ber SCM THW antwortet"]

Auch Atletico überragend besetzt

Deshalb will er sich in der Spielvorbereitung auch nicht nur auf einen Spieler der Kieler konzentrieren.

"Ich kann mein Team nicht nur auf ein oder zwei Spieler einstellen. Der THW hat mindestens zehn Spieler, vor denen ich großen Respekt habe", so der in Kirgisistan geborene Coach.

Verstecken muss sich Atletico allerdings nicht. Mit Spielmacher Ivano Balic, dem rechten Rückraumspieler Kiril Lazarov und Julen Aguinagalde am Kreis verfügen auch die Madrilenen über absolute Weltklasseakteure.

Dessen ist sich Duschebajew bewusst: "Was ich über Kiel gesagt habe, dass man alles richtig machen muss, um sie zu schlagen - das gilt auch für Mannschaften, die gegen uns gewinnen wollen."

THW-Pleite bei der Klub-WM

Außerdem fügte Atletico Anfang September den zuvor fast elf Monaten unbezwungenen Kielern im Finale der Klub-WM eine 23:28-Pleite zu.

"Der Sieg war zwar ganz schön, aber die Champions League ist etwas völlig anderes. Die Kieler hatten außerdem ein paar Verletzte", will der Welthandballer von 1994 und 1996 die Partie in Doha nicht überbewerten.

Zumal Atletico in der noch jungen Saison noch ein paar Probleme hat - obwohl in der spanischen Liga ASOBAL drei Siege aus drei Spielen zu Buche stehen.

"Mit den Ergebnissen bin ich zufrieden, nicht jedoch mit der sportlichen Leistung. Wir haben acht neue Spieler, was eigentlich zu viel ist. Wir sind noch nicht so gut drauf. Wir brauchen noch etwas Zeit", so Duschebajew.

THW noch nicht so eingespielt

Dieses Problem kennen auch die Kieler. Neben der Pleite bei der Klub-WM gab das Team von Trainer Alfred Gislason auch gegen die Füchse Berlin einen Zähler ab.

Und der 33:30-Erfolg am letzten Spieltag beim SC Magdeburg (Bericht) war ebenfalls hart erkämpft.

"Man hat wieder gesehen, dass wir nicht ganz so eingespielt sind. Wir haben noch nicht dieses flüssige Spiel und deshalb noch sehr viel Arbeit vor uns", meint Gislason.

"Spektakel für unsere Fans"

Der Isländer ist dennoch heiß auf die Champions League, wo es die Truppe von der Förde in Gruppe B neben Atletico auch mit IK Sävehof (Schweden), Handbal Club Constanta (Rumänien), MKB Veszprem KC (Ungarn) und Celje Pivovarna Lasko (Slowenien) zu tun bekommt.

"Wir sind hoch zufrieden mit den Gegnern, die wir in der Gruppenphase haben. Wir werden gleich zu Beginn getestet, diese wichtigen Spiele werden ein großartiges Spektakel für unsere Fans", so Gislason.

Und der 52-Jährige weiter: "Es ist unser klares Ziel, wieder beim Final Four dabei zu sein."

Das steigt am 1. und 2. Juni 2013 in Köln - nimmt man die vergangenen Jahre zum Maßstab wohl auch wieder mit dem THW Kiel und Atletico Madrid.

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