Nach dem Königsklassen-Einzug im Glück: Andreas Nilsson (l.) und Michael Kraus © imago

Nicht nur der Champions-League-Einzug bessert die Stimmung in Hamburg: Auch die Gehalts-Frage steht kurz vor einer Lösung.

Hamburg - Den sportlichen Absturz knapp verhindert, die finanziellen Probleme ein wenig gelindert - beim Rückflug vom Mittelmeer an die Elbe war die Stimmung bei den Handballern des HSV Hamburg gelöst.

In der Verlängerung hatten die Hanseaten Gastgeber Saint-Raphael Var Handball mit 32:31 (27:27, 13:15) niedergekämpft und sich damit doch noch für die Champions League qualifiziert (BERICHT: HSV zittert sich in die Königsklasse).

Vor dem heimischen Fernseher zitterte Torhüter Johannes Bitter mit, der nach einem Kreuzbandriss den Norddeutschen erst im neuen Jahr wieder zur Verfügung stehen dürfte.

Auf dem Spielfeld zeigt die Formkurve also wieder nach oben, und auch in den Diskussionen um freiwillige Gehaltskürzungen ist laut Bitter eine Einigung zwischen Spielern und Klub in greifbare Nähe gerückt ( 126233 DIASHOW: Der DKB HBL-Transfermarkt ).

"Im September vom Tisch"

"Es gibt noch keine endgültige Entscheidung, wie das genau laufen wird. Aber ich bin mir sicher, dass wir das im September vom Tisch bekommen und jeder dazu beitragen wird, dass es weitergeht", sagte der 30-Jährige im "NDR".

Und fügte hinzu: "Wenn leichte Probleme auftreten, muss man das irgendwie auffangen. Und das machen wir mit."

HSV-Präsident Matthias Rudolph hatte zuletzt bestätigt, dass Gehaltskürzungen von 20 Prozent im Raum stünden. Die Etatlücke von rund einer Million Euro blieb ebenfalls unwidersprochen.

Nach der sechsten Qualifikation in Folge für die Königsklasse winken aber nun Mehreinnahmen in sechsstelliger Höhe für den letztjährigen deutschen Meister, der in der vergangenen Saison nur den vierten Platz belegte.

Ein Sieg der Moral

Trainer Martin Schwalb war nach dem Ende der dramatischen Partie, die Blazenko Lackovic in der letzten Minute der Verlängerung mit seinem einzigen Tor für die Gäste entschieden hatte, ungemein erleichtert: "Das war ein Sieg unserer Moral. Wir haben uns nie aufgegeben, obwohl vieles im Spiel gegen uns gelaufen ist."

Sechs Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit lag der HSV mit vier Toren zurück, erzwang dann aber doch noch eine Verlängerung.

"Wir haben Charakter bewiesen, das war wichtig für uns Spieler, den Verein und die Fans", sagte Kapitän Pascal Hens, der sich trotz Schulterproblemen durchbiss.

Duell mit Vorrundengegner Flensburg

Nationalspieler Michael Kraus ergänzte: "Wir wollten die Champions League auf keinen Fall vor dem Fernseher verfolgen."

Einen aktuellen Eindruck vom ersten Vorrundengegner machen die Hamburger bereits am Mittwoch, wenn in der Bundesliga Vize-Meister SG Flensburg-Handewitt an der Alster gastiert (ab 20.15 Uhr im LIVESTREAM und LIVE im TV auf SPORT1+).

Die weiteren Konkurrenten in der Gruppenphase sind der französische Meister Montpellier HC, Ademar Leon aus Spanien, die russische Mannschaft von Tschechowski Medwedi sowie RK Partizan Belgrad.

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