Kiel krönt seine unfassbare Saison mit dem Triumph in der Champions League und feiert einen nicht wiederholbaren Erfolg.

Kiel hat es also tatsächlich geschafft. Mit dem Gewinn des Triples sind die letzten Zweifel beseitigt:

Es handelt sich um den besten THW aller Zeiten ? wahrscheinlich sogar um das beste Handball-Team, das die Welt je gesehen hat.

Dass die Kieler bei zwei verbleibenden Liga-Spielen noch einen Punkt abgeben und damit ihre bis dato makellose Bilanz trüben, ist unvorstellbar. Und selbst wenn, die Saison des THW ist schon jetzt perfekt.

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Die Gründe für die Dominanz auf allen Ebenen sind schnell erklärt.

Der Kieler Kader, ausnahmslos mit charakterfesten Spitzenkönnern besetzt, wurde von Trainer Alfred Gislason physisch wie psychisch exzellent eingestellt und blieb von größeren Verletzungen verschont. Ein Motivationsproblem konnte es nach dem Verlust des Meistertitels an die Hamburger in der Vorsaison gar nicht geben.

Mit jedem Sieg wuchs zudem in den Köpfen der Spieler ein unerschütterliches Selbstvertrauen. Wann immer es eng wurde, hatten sie am Ende doch wieder die Nase vorn. Im Wissen, dass sie einfach besser sind als der Gegner, als jeder Gegner.

Die Konkurrenz dagegen, allen voran der HSV, litt unter Verletzungen und wurde durch personelle Querelen geschwächt.

Während Flensburg und Berlin Spielzeiten eigentlich über ihrem Niveau bestritten - und dennoch keine Chance gegen den THW hatten -, war der vor der Saison als größte Rivale im Kampf um die Meisterschaft ausgemachte Klub schnell weg vom Fenster. (Bericht: Kiel holt das Triple)

Doch es werden wieder andere Zeiten kommen. Im Grunde sehnt man sich als neutraler Beobachter ja auch danach. Die Zuschauer wollen schließlich eine spannende Liga verfolgen, deren Ausgang am besten bis zum letzten Spieltag offen ist.

Für den Vorwurf, Kiel mache die Liga langweilig, ist der THW allerdings der falsche Adressat, vielmehr muss sich die Konkurrenz an die eigene Nase fassen.

Die keineswegs problemlose Situation an der Förde dürfte den Rivalen Hoffnung machen. Stand jetzt stehen in der kommenden Spielzeit vier Kreisläufer, aber nur ein Rechtsaußen unter Vertrag.

Kim Andersson, der nach Kopenhagen wechselt, ist durch niemanden zu ersetzen, Thierry Omeyer spätestens 2013 weg. Die Karriere von Kapitän Marcus Ahlm neigt sich dem Ende.

Doch momentan sollte man weniger nach dem Haar in der Suppe suchen, sondern die überirdischen Leistungen der Kieler Spieler und Gislasons Meisterwerk anerkennen.

Der Isländer hat die perfekte Handball-Mannschaft geschaffen. Seine größte Aufgabe wird es nun sein, das Überteam auf diesem Niveau zu halten.

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