Sven-Sören Christophersen (M.) wechselte 2010 von der HSG Wetzlar zu den Füchsen Berlin © imago

Vor dem Halbfinale gegen den THW herrscht bei Berlin reger Optimismus. Für Heiner Brand steht Kiels Triumph so gut wie fest.

Köln - Die Triple-Jäger des THW Kiel sind nur noch zwei Siege vom ganz großen Wurf entfernt, und Mister Handball Heiner Brand hat keinen Zweifel daran, dass die Übermannschaft ihre sensationelle Saison mit dem Gewinn der Champions League krönt.

"Sie haben das Sieger-Gen. Ich bin sicher, dass die Kieler das Final Four dominieren werden", sagte der langjährige Bundestrainer vor dem Showdown am Wochenende in Köln.

Die Füchse Berlin wollen allerdings im Halbfinale am Samstag (15 Uhr LIVESCORES) als Spielverderber auftreten und den Rekordmeister als erste deutsche Mannschaft in dieser Saison schlagen.

"Wir haben überhaupt nichts zu verlieren. Kiel hat mehr Druck", sagte Nationalspieler Sven-Sören Christophersen.

THW auf anderem Niveau

Es klingt ein wenig wie das Pfeifen im Walde. In drei Duellen mit dem THW in dieser Saison zogen die Berliner den Kürzeren.

"Kiel hat das Selbstvertrauen. Personell sind alle Mannschaften nicht auf dem Niveau, auf dem der THW ist", sagte DHB-Manager Brand und schloss damit auch BM Atletico Madrid und AG Kopenhagen ein, die das zweite Halbfinale am Samstag (18 Uhr LIVESCORES) bestreiten.

"Wichtiger als Meisterschaft"

Beim THW ist der Erfolgshunger nach dem vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft und dem Triumph im DHB-Pokal noch lange nicht gestillt.

Nach 2007 und 2010 will sich die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason zum dritten Mal Europas Handball-Krone aufsetzen.

"Meine Spieler sind mit den Gedanken schon seit einiger Zeit hier", sagte Gislason und stufte die Champions League als "wichtiger als die Meisterschaft" ein.

Keine Verletzten bei Kiel

Auf der Jagd nach dem zweiten Triple der Vereinsgeschichte seit 2007 stört es den verlustpunktfreien Bundesliga-Tabellenführer (64:0 Zähler) nicht, dass ihm von allen Seiten die Rolle des großen Favoriten zugeschoben wird.

"Wir sind die gesamte Saison in der Favoritenrolle", meinte der Isländer Gislason lapidar (DATENCENTER: Champions League).

Seine Mannschaft ist in dieser Spielzeit weitgehend vom Verletzungspech verschont geblieben. Am Ende der langen Saison seien seine Spieler zwar ein wenig müde, aber allesamt einsatzbereit, so Gislason.

Wie eine Party für Romero

Die Berliner haben als Neuling in der Champions League für reichlich Furore gesorgt und in teils mitreißenden Spielen den überraschenden Einzug ins Final Four geschafft.

"Es ist, als wenn wir auf eine Party fahren, und keiner hätte gedacht, dass wir eingeladen sind", sagte der spanische Rückraumspieler Iker Romero, der im vergangenen Jahr noch mit dem FC Barcelona Champions-League-Titel gewonnen hatte.

Nincevic sehr selbstbewusst

Als freundlicher Partygast wollen die Berliner aber nicht auftreten.

"Wir werden kämpfen und alles geben, dann werden wir sehen, ob noch eine Sensation möglich ist", sagte Kapitän Torsten Laen.

"Alle freuen sich schon gewaltig auf das Final Four. Wir sind jetzt so weit gekommen, deshalb wüsste ich nicht, warum Kiel im Halbfinale nicht mal fällig sein sollte", sagt Ivan Nincevic.

Gislason schwärmt vom Final Four

Das Handball-Fest in Köln ist seit Wochen mit 20.000 Zuschauern ausverkauft. Die Veranstalter versprechen für Samstag und den Finaltag am Sonntag einen "perfekten Mix aus Top-Sport und bester Unterhaltung".

Auch für Alfred Gislason ist es "ein besonderes Event und nicht zu toppen".

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