Silvio Heinevetter wechselte 2009 vom SC Magdeburg zu den Füchsen Berlin © imago

Vor dem Champions-League-Spiel gegen Kiel schimpft Berlin-Keeper Heinevetter auf die Unparteiischen. Iker Romero hat einen Plan.

Von Annette Bachert

München - Silvio Heinevetter ist einer der auffälligsten Spieler der Toyota HBL.

Auf dem Feld ist er laut, gestikuliert viel und hat auch außerhalb des Spielfeldes meist etwas zu sagen.

Wenige Tage vor dem Champions-League-Halbfinale gegen den THW Kiel (Sa., ab 15 Uhr LIVESCORES) zweifelt der Keeper der Füchse Berlin die Objektivität der Schiedsrichter an, wenn es gegen die "Zebras" geht.

"Nicht so sehr der Klub, aber die einzelnen Spieler", erklärt Heinevetter in der "Sportbild": "Wenn der THW in der Bundesliga-Saison ein Spiel hätte verlieren können oder vielleicht müssen, dann war es das bei uns (Amn. d. Red: 32:33). Wir waren gleichwertig, mindestens."

"Ahlm hat ein anderes Standing"

Und erklärt anschließend, warum sich das nicht im Ergebnis widergespiegelt hat: "Aber in den entscheidenden Momenten war der Schiedsrichter nicht auf unserer Seite."

Groll gegen die Unparteiischen hegt der 27-Jährige aber nicht, vielmehr kann er diese Bevorteilung nachvollziehen: "Ein so verdienter, cleverer und erfahrener Spieler wie zum Beispiel Marcus Ahlm hat natürlich bei den Unparteiischen ein anderes Standing als weniger bekannte Spieler."

Berlin in der Außenseiterrolle

Das gilt wohl für einige Akteure der Star-Truppe von Alfred Gislason, der in der Liga unglaubliche 32 Siege in 32 Partien gelangen (DATENCENTER: Champions League).

Doch weder die vermeintlich parteiischen Referees noch die Kieler Siegesserie können das Selbstbewusstsein des Nationaltorhüters schmälern. "Ich weiß, dass der THW Respekt vor uns hat. Kiel weiß, dass sie gegen uns verlieren können. Aber natürlich sind wir krasser Außenseiter."

"Wir machen es wie Chelsea"

Etwas optimistischer gibt sich Berlins Spielmacher Iker Romero, der den Pokal mit dem FC Barcelona bereits zweimal in Händen halten durfte: "Wir sind beim wichtigsten Handball-Turnier der Welt, da ist alles möglich."

Taktisch orientiert sich der 31-Jährige am Champions-League-Endspiel der Fußballer, das der FC Chelsea am vergangenen Samstag gegen den FC Bayern im Elfmeterschießen gewann.

"Außerdem haben wir einen Plan: Wir machen es wie Chelsea im Fußball. Hinten reinstellen und vorne eiskalt treffen", sagt der Spanier in der "Berliner Zeitung" und fügt einen weiteren Vergleich an: "Wir sind eigentlich wie der Gast auf einer Party, der nicht eingeladen wurde, weil keiner mit uns gerechnet hat."

Sigurdsson zu locker?

Zwar nicht wie ein Party-Gast, aber doch sehr entspannt zeigt sich auch Füchse-Coach Dagur Sigurdsson: "Ja, es ist das wichtigste Spiel meiner Trainer-Karriere. Dafür bin ich fast ein bisschen zu locker drauf."

Mit viel Videostudium bereitet der Isländer sein Team auf das vierte Duell gegen den Rekordmeister in dieser Saison vor und zeigt, wie nun endlich die Sensation gegen Kiel gelingen kann.

Andersson macht den Unterschied

Für Heinevetter wird vor allem die Abwehrleistung entscheidend sein - und eine besonders starke Verteidigung gegen Kiels "Schlüssel zur Dominanz", Rückraum-Shooter Kim Andersson.

Das so oft Spiele entscheidende Torhüter-Duell gegen den ehemaligen Welthandballer Thierry Omeyer und den jungen Andreas Palicka sieht "Heine" ausgeglichen: "Petr Stochl und ich sind im Doppel sicher nicht schlechter als Omeyer und Palicka."

Weiterlesen