Die Handball-Bundesliga geht auf Konfrontationskurs zum europäischen Dachverband EHF.

Die Ligaspitze lehnte auf ihrer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Dienstag den Terminplan der EHF für die Saison 2015/16 ab.

Hintergrund ist die Entscheidung des Kontinentalverbandes, sein Premium-Produkt Champions League weiter aufzublähen.

"Die Handball-Bundesliga ist ohne angemessene Berücksichtigung ihrer spielplantechnischen Vorgaben nicht in der Lage, den Spielplanvorgaben der EHF für die Saison 2015/16 zu entsprechen. Deswegen hat die Handball-Bundesliga e.V. mit großer Mehrheit beschlossen, den Spielplanmodus der EHF für 2015/16 abzulehnen", hieß es in einer Stellungnahme der HBL.

"Die Handball-Bundesliga will möglichst starke internationale Wettbewerbe. Deswegen wird sie der Europäischen Handball-Föderation Gespräche anbieten und diese bis zur ordentlichen Mitgliederversammlung am 3. Juli führen."

HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann hofft auf ein Entgegenkommen der EHF.

"Wir werden probieren, unseren Standpunkt klarzumachen und hoffen auf Verständnis. Wir sind natürlich daran interessiert, dass die Champions League funktioniert. Wir wollen einen Kompromiss finden", sagte Bohmann.

Über eine Reaktion der Liga im Falle einer starren Haltung der EHF, die die Champions-League-Reform gegen den Widerstand aus Deutschland bereits beschlossen hat, wollte Bohmann noch nicht reden: "Darüber würden wir am 3. Juli sprechen, da will ich nichts vorwegnehmen."

Von der Saison 2015/2016 an spielen 28 statt 24 Teams in der Gruppenphase der Königsklasse. Der Champions-League-Sieger wird dann 20 und nicht mehr 16 Spiele absolvieren müssen.

Die Bundesliga, die seit Jahren über zu volle Terminpläne stöhnt, hatte sich bei der Entscheidung für den neuen Spielplan der Mehrheit beugen müssen.

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