Bernd Karrer (r.) ist Geschäftsführer des Bundesligaklubs HBW Balingen-Weilstetten © imago

Bernd Karrer, Geschäftsführer des sportlich vom Abstieg bedrohten Handball-Bundesligaklub HBW Balingen-Weilstetten, kritisierte den HSV Hamburg im Gespräch mit SPORT1 scharf und warf den Hanseaten vor, über den Verhältnissen zu wirtschaften und damit den Wettbewerb in der DKB HBL zu verzerren.

"Wir hängen von einem Verein ab, der völlig über seinen Verhältnissen lebt und sicher nicht vernünftig wirtschaftet, denn sonst gebe es solche Probleme nicht", sagte der 53-Jährige, "von einem Verein, der von jemandem abhängig ist, der mal möchte und mal nicht möchte. Das ist bitter für uns".

In Verhandlungen mit potentiellen Neuzugängen und Sponsoren sei der schwäbische Bundesligaklub erheblich eingeschränkt, schilderte Karrer, da man diesen nicht sagen könne, in welcher Liga es im Falle eines sportlichen Abstieges weitergehe.

Derzeit hat der HBW als Tabellen-16. bei zwei Punkten Rückstand auf den Bergischen HC (DATENCENTER: DKB HBL) noch Chancen auf den Klassenverbleib.

Dem HSV Hamburg wurde durch die Handball-Bundesliga im ersten Anlauf die Lizenz für die kommende Spielzeit nicht erteilt, da im Etat der Hanseaten nach dem Rückzug des Präsidenten und Geldgebers Andreas Rudolph (BERICHT: HSV nach Rudolph-Rückzug vor dem Aus) eine Finanzlücke von mehreren Millionen Euro klafft.

Wie die Bundesliga mitgeteilt hatte, fehle dem HSV der Liquiditätsnachweis sowohl für das Ende der aktuellen Saison als auch für die kommende Spielzeit (News).

Der HSV kündigte an, Beschwerde gegen die Entscheidung einzulegen. Sollten die Hamburger die Lizenz dennoch nicht erhalten, würde Balingen - oder gegebenenfalls der BHC - selbst als Drittletzter nicht aus dem Oberhaus absteigen.

Karrer befürchtet nun wochenlange Verhandlungen über die Zukunft der Hamburger. "Das Präsidium entscheidet darüber und wenn es negativ entscheidet, kann immer noch ein Schiedsgericht angerufen werden. Das kann sich bis Mitte Juni deutlich hinauszögern", meinte er. "Und da ist die Saison schon lange zu Ende."

Karrer stellte darüberhinaus eine Ungleichbehandlung der Klubs durch die Handball-Bundesliga in Frage, da kleine Vereine "wie wir jeden Tag um jeden Euro kämpfen und versuchen, vernünftig zu planen".

Jemand, der den Spielbetrieb in der Liga nicht finanzieren könne, habe in dieser auch nichts verloren, meinte er weiter. "Egal, wie er heißt."

"Dieser aufgeblähte Kader, diese vielen, vielen Spieler. Ich bin durchaus der Meinung, dass man da von Wettbewerbsverzerrung sprechen kann", sagte er, "wenn ein Verein sich einen Kader hält, den er sich eigentlich nicht leisten kann."

Hier gibt es alles zum Handball

Weiterlesen