Trainer Martin Schwalb wurde mit den Hamburgern Meister, Pokalsieger und Champions-League-Sieger © getty

Der finanziell schwer angeschlagene Champions-League-Sieger HSV Hamburg erhält für die kommende Saison in der DKB Handball-Bundesliga keine Lizenz.

Dies gab die Liga am Donnerstag bekannt und begründete die Verweigerung der Spielgenehmigung damit, dass der Klub seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht nachweisen konnte.

Gegen diesen Beschluss der unabhängigen Lizenzierungskommission kann der HSV innerhalb einer Woche Beschwerde einlegen.

Alle anderen 17 Erstligisten bekamen ihre Lizenz, teilweise unter Auflagen.

"Der HSV ist ein Klub mit unheimlicher Strahlkraft und ein wichtiges Mitglied der Bundesliga. Aber am Ende des Tages sind die Regeln für alle gleich", sagte HBL-Geschäftsführer Holger Kaiser.

Die Liga stehe zwar in ständigem Kontakt zur Klubspitze der Hamburger. "Doch Gespräche helfen nicht, nur belastbare Unterlagen. Der Verein muss nachweisen, dass er den letzten Spieltag der kommenden Saison sportlich und wirtschaftlich erreichen kann", sagte der für die Lizenzen zuständige Chef-Funktionär.

Zurzeit fehle der Liquiditätsnachweis sowohl für das Ende der aktuellen Spielzeit als auch für die kommende Serie.

"Wir versuchen, uns jetzt voll auf das Sportliche zu konzentrieren, und werden die Saison mit aller Kraft, die noch da ist, zu Ende spielen. Alles andere liegt nicht in unserer Hand", sagte HSV-Trainer Martin Schwalb. Von Hoffnung allein könne man jedoch nicht leben. Der Coach und seine Spieler warten noch immer auf ihre April-Gehälter.

Sollten die Hamburger den Weg durch alle Instanzen gehen, würde eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Klubs spätestens bis zum 15. Juni fallen.

Zunächst muss allerdings der schriftliche Einspruch an das HBL-Präsidium erfolgen.

Sollte auch das höchste Verbandsgremium die Lizenz verweigern, bliebe dem Meister von 2011 noch der Gang vor das Schiedsgericht.

"Es wäre schade, wenn der Klub aus dem Handball verschwinden sollte", sagte Präsident Bernhard Bauer vom Deutschen Handballbund (DHB: "Hamburg hat sportlich immer wieder gezeigt, dass man ein Aushängeschild ist, ein wichtiger Standort, ein wichtiger sportlicher Faktor in der Liga. Deshalb hoffe ich ja auch, dass die Wege geebnet werden können, damit Hamburg uns weiterhin als Spielort erhalten bleibt."

Dem Champions-League-Sieger von 2013 fehlen rund 2,5 Millionen Euro im aktuellen Etat bis zum 30. Juni.

Nach dem Rücktritt von Präsident und Mäzen Andreas Rudolph Anfang Mai ist es den Hanseaten bislang nicht gelungen, die erforderlichen Mittel aufzutreiben.

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