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Andreas Rudolph ist mit sofortiger Wirkung als Präsident des finanziell angeschlagenen Handball-Bundesligisten HSV Hamburg zurückgetreten. Dies gab der Unternehmer am Donnerstagnachmittag bekannt.

"Grund für meine Entscheidung sind die Turbulenzen der letzten Wochen, nicht nur um die Mannschaft und den Verein des HSV Handball, sondern ganz besonders um meine Person", teilte Rudolph mit.

Rudolph stand seit Februar 2005 mit einer kurzen Unterbrechung an der Spitze des Hamburger Klubs. Unter seiner Regie gewannen die Hanseaten 2011 den Meistertitel und im vergangenen Jahr die Champions League.

Rudolph stopfte bei den Hamburgern in der Vergangenheit immer wieder Finanzlöcher. Mehr als 20 Millionen Euro soll der 59-Jährige seit 2004 in den HSV gesteckt haben.

Rudolphs Rücktritt trifft den HSV zur Unzeit. Erst im Februar hatte er zugesichert, einen Fehlbetrag im Etat von rund zwei Millionen Euro bis zum Ende der Saison auszugleichen. Das Geld des Medizintechnik-Unternehmers sollte eigentlich auch die Lizenz für die kommende Saison sichern. Diese vergibt die Liga am 15. Mai.

Es blieb zunächst unklar, ob sich Rudolph an seine finanziellen Zusagen halten wollte. Erst im März hatte er in Holger Liekefett einen neuen Geschäftsführer installiert, der dem Klub neue Sponsoren und Einnahmequellen erschließen sollte, um den kostspieligen Kader zu finanzieren.

Der HSV wurde vom Rücktritt Rudolphs kalt erwischt. Auch der Verein erhielt die Mitteilung, ohne zuvor davon Kenntnis gehabt zu haben. Daraufhin versucht der Verein nun, alle Gremien zusammen zu berufen, und wird in den nächsten Stunden über weitere Schritte beraten. Der HSV will sich intensiv mit der Situation auseinandersetzen und bei Neuigkeiten Stellung beziehen.

"Es ist nun an der Zeit, dass andere Personen in die Verantwortung treten und den Weg für 'Reset for the future' frei machen", schrieb Rudolph:

"Ich hoffe, dass dieser Rücktritt auch das letzte dringliche Signal an die Stadt Hamburg, die Hamburger Wirtschaft und die sportbegeisterten Hamburger ist zu helfen, den HSV Handball nicht fallen zu lassen und den Erfolg, die Begeisterung weiter aufrecht zu halten, die der HSV Handball den Hamburgern gebracht hat."

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