Frank Rost (40) ist als Geschäftsführer beim DKB Handball-Bundesligisten HSV Hamburg freigestellt worden. Das gab der Verein am Dienstagmittag offiziell bekannt.

Der frühere Fußball-Nationaltorwart hatte seinen Dienst beim aktuellen Champions-League-Sieger erst am 1. Juli angetreten. Zuletzt hatte es allerdings immer wieder Differenzen zwischen Rost und der Klubführung gegeben.

"Es ist traurig. Wir hatten so große Hoffnungen. Rost war ja die spektakulärste Verpflichtung im deutschen Handball. Aber es wird auch ohne ihn bei uns weitergehen", sagte HSV-Präsident Matthias Rudolph zu "Spiegel Online".

Der Klubboss wirft Rost vereinsschädigendes Verhalten vor. Er habe den Verein zuletzt in der Öffentlichkeit willentlich schlecht vertreten. "Wir wollten mit seiner Verpflichtung eigentlich Probleme lösen und keine neuen schaffen", sagte Rudolph.

Vorausgegangen war der Freistellung des Geschäftsführers ein stundenlanger Streit. Nachdem Rudolph bereits am späten Montagabend den Rücktritt seines höchsten Angestellten bestätigt hatte, kam Rost am Dienstag regulär ins Büro und bestritt die Version seines freiwilligen Abgangs vehement. Am Mittag fasste der Verein schließlich den Beschluss für die Beurlaubung Rosts.

"Wir haben uns in Frank Rost getäuscht, und ich bin sehr erstaunt über sein Verhalten", sagte Rudolph. Ein Auseinandersetzung vor dem Arbeitsgericht scheint programmiert.

Eine Neubesetzung des Postens plant der Klub vorerst nicht. "Wir haben mit Christoph Wendt einen weiteren Geschäftsführer, dem und seiner Geschäftsstellencrew wir voll vertrauen. Zudem deckt unser Trainer Martin Schwalb viele der Aufgaben im sportlichen Bereich bereits ab", wird Rudolph in der Vereinsmitteilung zitiert: "So können wir in die neue Saison starten."

Letzter Anlass für die Eskalation des Streits war der bevorstehende Transfer des Linkshänders Zarko Markovic. Rost hatte von der Verpflichtung des Ex-Göppingers, der den verletzten Adrian Pfahl (Entzündung im Ellenbogen) ersetzen soll, erst am Montagmorgen auf der Geschäftsstelle erfahren. Trainer Schwalb und Wendt hatten den Deal zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend abgewickelt.

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