Bob Hanning, Vizepräsident der HBL und Manager der Füchse Berlin, sieht im Fall des von der Insolvenz bedrohten Zweitligisten Post Schwerin Fehler bei der Lizenzerteilung und befürchtet negative Auswirkungen auf die Sportart.

"Schwerins Geschäftsführer hat erst vor kurzem seine Aufgabe angetreten und fragt zurecht, wie es sein kann, dass der Klub überhaupt eine Lizenz bekommen hat. Deutlicher können die Signale nicht sein, dass wir auf Klub- und Ligaebene an unseren Strukturen arbeiten müssen", schrieb Hanning auf seiner Internetseite: "Denn sonst bringen wir den Handball nicht voran, sondern steuern sehenden Auges in ein Desaster."

Der Traditionsklub aus Mecklenburg-Vorpommern hatte am vergangenen Freitag wegen anhaltender Finanzprobleme Insolvenz anmelden müssen. Sollte es zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens kommen, stünde der Verein als erster Absteiger fest.

Die Lizenzierungskommission der HBL hatte am Montag angekündigt, sich unabhängig von dem Ausgang des Insolvenzverfahrens Sanktionen vorzubehalten.

Gleichzeitig kritisierte Hanning die derzeitige Entwicklung im deutschen Handball.

"Schwerin gesellt sich damit in eine Reihe mit der unrühmlichen Trainerentlassung in Gummersbach, als Jan Gorr noch vor der ersten Trainingseinheit schon wieder gefeuert wurde. Oder der TBV Lemgo, der Stand heute zwar eine Insolvenz abwenden konnte, aber den sportlichen Geschäftsführer Volker Zerbe feuerte und nun auch noch gegen ihn ermitteln lässt", sagte Hanning:

"Wir müssen uns da stärker hinterfragen, was wir wollen und was wir dafür tun müssen. Mit uns meine ich in meiner Funktion als Vizepräsident der Liga ausdrücklich auch die Handball-Bundesliga."

Weiterlesen