Bundesligist TBV Lemgo hat im Finanz-Krimi auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft reagiert und sich von seinem Geschäftsführer Fynn Holpert getrennt.

Gegen den ehemaligen Sportchef Volker Zerbe, dessen Vertrag Ende August wegen eines Burn-outs aufgelöst worden war, will der Klub Strafanzeige stellen. Das gab der Beirat am Donnerstag bekannt.

Im Sommer brachte eine Liquiditätslücke in Höhe von 1,4 Millionen Euro den Klub nahe an die Insolvenz. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Urkundenfälschung und des versuchten Betrugs gegen Holpert. Es geht um einen Scheck über 200 Millionen Euro, den der TBV-Geschäftsführer zusammen mit angeblichen Investoren bei der Sparkasse Lemgo präsentiert haben soll.

Der Beirat teilte am Donnerstag mit, dass er bei der Überprüfung der Finanzen "Ungereimtheiten" festgestellt habe. Der Verein sei in den zurückliegenden zwei Geschäftsjahren in sechsstelliger Höhe geschädigt" worden, es seien "Sponsorenverträge abgeschlossen, die nicht erfüllt wurden". Man habe erfolglos versucht, sich außergerichtlich mit Ex-Nationalspieler Zerbe zu einigen.

Holpert kündigte indes an, mit dem Beirat und der Staatsanwaltschaft zusammenzuarbeiten, um den Fall aufzuklären. Sein Amt als Geschäftsführer übernimmt vorerst der 33 Jahre alte Sportfachwirt Christian Sprdlik.

Die Liquiditätslücke wurde unter anderem durch einen Verzicht der Spieler auf Teile ihres Gehalts geschlossen. "Der Verein stand kurzzeitig mit dem Rücken zur Wand", sagte der Beiratsvorsitzende Siegfried Haverkamp im Sommer.

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