Andy Schmid galt als Fehleinkauf, nun ist er größter Trumpf der Rhein-Neckar Löwen. Bei SPORT1 blickt er auf das Titel-Finale.

[soundcloud url="https://w.soundcloud.com/player/?url=https%3A//api.soundcloud.com/tracks/150583274=false=false=true"]

Von Carsten Arndt und Daniela Fuß

München - Ein letzter Schritt, ein letztes erfolgreiches Spiel bis zum größten Triumph der Vereinsgeschichte.

Am letzten Spieltag der DKB HBL kämpfen die Rhein-Neckar Löwen in Gummersbach im Fernduell mit dem THW Kiel um die Meisterschaft (beide Spiele ab 15.45 Uhr im Einzel-LIVESTREAM und im LIVE-TICKER und ab 16 Uhr LIVE als Konferenz im TV auf SPORT1).

Lediglich sieben Treffer liegen die Löwen vor dem punktgleichen Rekordmeister.

"Wir haben uns das jetzt über Monate erkämpft, dass wir am letzten Spieltag die Chance haben, so etwas Großes gewinnen zu können", sagt Rückraum-Star Andy Schmid im Gespräch mit SPORT1.fm.

Die Löwen brennen auf den ersten Titel - und glauben an ihn: "Wir haben die Trümpfe in unserer Hand", glaubt Schmid.

"Andy Schmid ist der beste Mittelmann der Liga"

Der wohl größte dieser Trümpfe ist dabei der Schweizer selbst. Seit Wochen agiert der Mittelmann in bestechender Form, immer wenn es schnell und spektakulär wird, hat der 30-Jährige seine Hände im Spiel.

"Andy Schmid ist für mich der beste Mittelmann der Liga. Wie er die Spiele der Löwen leitet, kaum Aussetzer, immer am oberen Limit, immer auf Top-Niveau", sagt SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar über den Regisseur der Mannheimer:

"Man sieht, dass es ihm Spaß macht, man sieht, dass er Verantwortung übernehmen möchte und auch kann. Dass die Mannschaft ihm vertraut und folgt. Schmid ist vielleicht der wichtigste Spieler der Rhein-Neckar Löwen."

[fbpost url="https://www.facebook.com/Kretzsches.Fanpage/posts/747623131956929"]

Anlaufschwierigkeiten

Dabei war der Start des 1,90-Meter-Mannes in Mannheim alles andere als vielversprechend. Als Schmid 2010 vom dänischen Klub Bjerringbro-Silkeborg in die Bundesliga kam, hatte er mit körperlichen Anpassungsschwierigkeiten zu kämpfen.

Die Zweikampfhärte ließ zu wünschen übrig. Häufig fand er sich nur auf der Bank wieder und wurde bereits als Fehleinkauf abgestempelt.

Schmid, der für die Badener ein Vertragsangebot des FC Barcelona ausgeschlagen hatte, hatte die Lust am Handball verloren.

"Ich habe oft gespürt, dass die links und rechts nicht mit mir zusammenspielen wollten", sagte er damals.

HIER DAS FINALE DURCHRECHNEN:

[image id="08c15b91-63ac-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Im Team angekommen

Doch davon ist mittlerweile nichts mehr zu spüren. Schmid ist der Antreiber und Organisator im Löwen-Spiel, mit Kreisläufer Bjarte Myrhol bildet er ein höchst wirkungsvolles Gespann. (SHOP: Jetzt Handball-Artikel kaufen)

"Wir üben sehr viel im Training. Wir haben untereinander eine Auswahl von sechs bis zehn Taktiken. Er ist ein guter Freund und mein Nachbar. Wir wohnen im selben Haus", erklärt Schmid.

[tweet url="//twitter.com/bjartemyrhol"]

Auch außerhalb des Platzes ist er in Mannheim angekommen. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen Uwe Gensheimer und Marko Vukelic betreibt er ein Mode-Label.

"Vielleicht habe ich diesen Karriereknick damals gebraucht", sagt er rückblickend.

Als Persönlichkeit gereift

Denn mittlerweile ist Schmid auch als Persönlichkeit gereift.

Immer wieder übernimmt der Schweizer Nationalspieler in den entscheidenden Momenten die Verantwortung und zeigt sich auch von der Siebenmeter-Linie als souveräner erster Vertreter von Kapitän Uwe Gensheimer (88 % Trefferquote).

Dennoch steht er nach wie vor auch für das große Spektakel. Ein unerwarteter Rückraum-Hammer, ein spektakuläres Anspiel an den Kreis oder eine blitzschnelle Tempoverschärfung, Schmid greift gerne in die Trickkiste: "Es bereitet mir Freude, dass die Leute Spaß an meinem Spiel haben", sagt er.

Selbstbewusst ins Endspiel

Doch am Ende zählen auch für ihn nur Titel: "Ohne Taktik gibt es keinen Erfolg. Schön spielen und verlieren finde ich nicht so toll." (DKB HBL: Ergebnisse und Tabelle)

Verloren haben die Löwen in der Liga zuletzt am 14. Spieltag in Hamburg, seitdem gibt es für die Gegner nichts mehr zu holen.

Schmid ist nicht nur deshalb siegessicher: "Ich weiß, dass wir gut drauf sind, wir haben keine Verletzten und großes Selbstvertrauen. Es gibt also keinen Grund, warum uns am Samstag in Gummersbach etwas passieren sollte."

Klare Worte - an denen Schmid und die Löwen sich am Samstag messen lassen müssen.

[kaltura id="0_hxoqwaht" class="full_size" title="Das irre Saisonfinale der DKB HBL"]

Weiterlesen