Der THW Kiel geht gegen Flensburg auf dem Zahnfleisch. Dennoch senden die "Zebras" eine deutliche Botschaft im Titelkampf.

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Von Martin Jahns

Kiel - Es war ein Bild mit Symbolcharakter.

Unter Schmerzen schleppte sich Filip Jicha mit seinen Teamkollegen zu den Fans, die ihre Kieler Mannschaft in der Sparkassen-Arena mit stehenden Ovationen feierte.

Zuvor hatte der THW Kiel im Nordderby der DKB Handball Bundesliga die SG Flensburg-Handewitt in einem wahren Kraftakt mit 33:25 (15:12) niedergerungen ? das nervenaufreibende Fernduell im Titelkampf mit den Rhein-Neckar Löwen treibt die Akteure inzwischen weit über die Schmerzgrenze hinaus (Video).

Jicha: "Überlegt wird nicht mehr"

Jicha ging mit einem Außenbandanriss in die Partie, der Kapitän quälte sich trotz Tapes und Medikamenten zu einer starken Leistung und drei Toren (DATENCENTER: Die DKB HBL).

"Ich habe große Schmerzen, und ich war eigentlich nicht bereit, so lange zu spielen. Aber ich war froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte", sagte der Rückraumspieler nach der Partie.

Mit seinem Einsatz riss der Tscheche seine Teamkollegen mit und schickte eine Kampfansage an die Löwen aus Mannheim, die die Tabellenführung zurückerobert haben: "Wir stehen als Mannschaft dicht beisammen, und wir kämpfen zusammen. Mit diesem Gefühl im Rücken geht man dann auch dahin, wo es richtig weh tut. Überlegt wird nicht mehr!"

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Palmarsson-Verletzung nächster Nackenschlag

So steckten die Kieler gegen Flensburg auch zwei frühe Nackenschläge weg. Zunächst knickte Aron Palmarsson nach einem Tor in der zweiten Minute unglücklich um und musste verletzt vom Feld.

Nach zehn Minuten war dann auch bei Jicha vorerst Schluss. Zu diesem Zeitpunkt sprach nicht nur der 4:6-Zwischenstand für die Gäste.

Doch nach fünf Minuten kehrte der Welthandballer von 2010 zurück und führte sein Team zusammen mit einem glänzend aufgelegten Torwart Johan Sjöstrand zum Sieg.(SERVICE: Der Tabellenrechner)

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Gislason: Team hat Charakter bewiesen

"Meine Mannschaft hat einen Riesencharakter bewiesen, und der Acht-Tore-Sieg für uns ist großartig", schwärmte THW-Trainer Alfred Gislason.

Auch Gislason weiß, dass im Titelkampf jeder Treffer Gold wert ist.

Zumal die Rhein-Neckar Löwen nach dem 42:19 bei Absteiger Eisenach (Video) wieder am Serienmeister vorbeigezogen sind.

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Acht mickrige Törchen trennen beide Teams vor den letzten zwei Spieltagen. Selbst ein direktes Duell bei Torgleichheit ist denkbar. Es wäre der Höhepunkt eines Thrillers zweier meisterwürdiger Schwergewichte.

Jicha: "Bis zum Umfallen kämpfen"

"Die Löwen haben die besseren Karten. Aber egal, wer am Ende oben stehen wird: Diese Mannschaft hat es dann verdient", sagte Gislason.

Sein Kapitän gibt die Marschroute für die letzten beiden Partien gegen TuS N-Lübbecke und die Füchse Berlin vor: "Wir werden bis zum Umfallen kämpfen. Egal, ob wir angeschlagen sind oder nicht."

Gut möglich, dass die Schmerzgrenze dann noch ein Stückchen verschoben wird.

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