Nach dem Kantersieg des THW Kiel zeigen die Rhein-Neckar Löwen gegen den HSV zunächst Nerven, kommen dann aber zurück.

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Von Martin Jahns

Mannheim - Der Schock bei den Rhein-Neckar Löwen saß tief. Und er wirkte nach.

Wenige Stunden, nachdem Titelkonkurrent THW Kiel den TBV Lemgo in der DKB HBL mit 22 Toren Unterschied bezwungen hatte, mussten die Löwen gegen den HSV Hamburg kontern.

Einen Sieg mit acht Treffern Differenz benötigten die Mannheimer um trotz des Kieler Schützenfestes die Tabellenführung zu behalten. (SERVICE: Die Schlacht um die Handball-Krone bei SPORT1)

Gegen starke Hamburger ohnehin ein schwieriges Unterfangen, doch dann zeigten die Löwen auch noch Nerven.

"Wie mit der Handbremse"

"Es ging heute um sehr viel. Wir waren in der ersten Halbzeit irgendwie alle wie mit der Handbremse", sagte Kapitän Uwe Gensheimer bei SPORT1.

Auch Teamkollege Andy Schmid gab bei SPORT1 zu, dass der Kieler Fingerzeig in den Köpfen war: "Klar, es war ein bisschen schockierend. 22 Tore ? ich glaube, ich habe noch nie so hoch gewonnen, vielleicht bei den C-Junioren."

Starke zweite Hälfte

Mit drei Toren Rückstand gingen die Löwen dann auch in die Pause, um dort doch noch den Schalter umzulegen (STENOGRAMME: 31. Spieltag).

Man habe sich dort gesagt, "Scheißegal, was in der ersten Halbzeit war! Wir kommen raus, haben 30 Minuten und kämpfen um alles, was wir haben", gab Gensheimer nach der Partie Einblick in das Innenleben der Kabine.

Die Mannheimer fanden angeführt von ihrem treffsicheren Kapitän zurück ins Spiel und zogen ihrerseits bis auf vier Tore davon.

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HSV bangt um Djordjic

Doch all das war nur die Ouvertüre einer dramatischen Schlussphase: Binnen sechs Minuten kam der HSV bis auf einen Punkt heran, verlor dann jedoch Petar Djordjic.

"Es war die gleiche Situation wie damals im Supercup: Ein Doppelwackler, dann ist das Knie weggeknickt", erklärte Teamkollege Adrian Pfahl bei SPORT1 die Situation: "Er spürt das Kreuzband nicht. Petar hat ein sensibles Bauchgefühl, aber ich hoffe, dass es nicht stimmt." (SERVICE: Der HBL-Tabellenrechner)

Flohr einen Tick zu spät

Trotz des Ausfalls und des Gegentreffers im Gegenzug hatte der HSV noch die große Chance zum Unentschieden, doch Matthias Flohrs Versuch nach langem Zuspiel von Torwart Marcus Cleverly landete erst kurz nach der Schlusssirene im Tor und wurde nicht gegeben.

"Ich glaube, die Sirene kam, als Matti den Ball loslässt. Ich denke, der Treffer wurde zu Recht nicht gegeben", nahm Pfahl die Entscheidung hin.

So blieb es beim hauchdünnen 32:31 (12:15) für die Löwen, die zwar die Tabellenführung an den Serienmeister verloren haben, nicht jedoch ihren Glauben an den Titel.

Gensheimer: "Wir schaffen das auch"

"Respekt dafür auf jeden Fall, aber das zeigt, dass wir das auch schaffen können, und darauf baue ich in den letzten Spielen", schickte Gensheimer eine Kampfansage in den Norden.

Schon am nächsten Spieltag wäre dafür die Partie beim Tabellenvorletzten Eisenach zur Torejagd prädestiniert.

Schmid warnte zwar im Gegenzug: "Wenn man versucht, möglichst hoch zu gewinnen, bekommt man das Gefühl, man müsste zwei Tore in einem Angriff werfen. Das funktioniert nicht. Also ruhig Blut und wir gewinnen unsere Spiele."

Doch das Restprogramm spricht für die Mannheimer: Während mit Eisenach und Gummersbach noch zwei Teams aus dem Tabellenkeller auf fie Löwen warten, muss Kiel noch unter anderem gegen den Tabellendritten Flensburg und Pokalsieger Füchse Berlin ran.(DATENCENTER: DKB HBL).

Es bleibt auf jeden Fall spannend. Entschieden ist noch längst nichts beim irren Herzschlagfinale.

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