Abgänge - Steffen Weinhold -
Weinhold (l.) wechselt im Sommer zum Rekordmeister THW Kiel © getty

Flensburg muss endlich in Hamburg siegen, um im Titelrennen zu bleiben, doch Träumen ist tabu. Auch für den HSV geht es um viel.

Von Stefan Schnürle und Oliver Forster

Keine Zeit zum Feiern für die SG Flensburg-Handewitt: Nach dem Einzug in das Final Four der Champions League wartet in der DKB HBL mit dem HSV Hamburg der nächste schwere Gegner auf die SG (ab 16.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM).

Nach den ungefährdeten Erfolgen der Rhein-Neckar Löwen und des THW Kiel (Bericht u. Videos) sind die Flensburger unter Zugzwang geraten.

Denn nur bei einem Sieg im Topspiel der DKB HBL darf sich Flensburg weiter Hoffnung auf die Meisterschaft machen. Zudem könnte das Team von Ljubomir Vranjes Champions-League-Platz 3 absichern.

"Träumen bringt nichts"

Aus eigener Kraft kann die SG jedoch nicht mehr Meister werden.

Flensburg muss alle Spiele gewinnen und gleichzeitig auf einen Patzer der Rhein-Neckar Löwen hoffen, weswegen die Spieler keine Gedanken an die Meisterschaft verschwenden wollen. (DATENCENTER: Die DKB HBL)

"Wir schauen nur von Spiel zu Spiel. Wir spielen in Hamburg, was unglaublich schwer wird, und dann müssen wir auch noch nach Kiel. Da bringt es nichts zu träumen. Wir müssen einfach unsere Spiele gewinnen ? was dann passiert, liegt nicht mehr in unserer Hand", sagte Flensburgs Kreisläufer Jacob Heinl im Gespräch mit SPORT1.fm.

Angstgegner Hamburg

Die Bilanz als Gast des HSV macht wenig Hoffnung auf das Meister-Wunder. Den letzten Bundesliga-Sieg der SG in Hamburg gab es 2007. Mit Ausnahme des Remis in der letzten Saison hagelte es nur Niederlagen für die Flensburger.

Der HSV hat die Chance, bei einem Sieg mit Flensburg nach Punkten gleichzuziehen. Verlieren die Hamburger, ist der Traum von der Königsklassen-Qualifikation wohl endgültig geplatzt.

Sollte Flensburg die Champions League gewinnen und nur Tabellenvierter werden, würde dem HSV sogar selbst Rang drei kein Startrecht für die Champions League bescheren.

HSV-Präsident fordert Unterstützung

Um zukünftig weiter hochklassigen Handball in Hamburg zu sehen, fordert HSV-Vereinspräsident Andreas Rudolph von der Stadt und der Hamburger Wirtschaft mehr Unterstützung.

"Der HSV wird in Hamburg stiefmütterlich behandelt. Für uns muss mehr gemacht werden, wir haben mehr verdient", sagte der 59-jährige Unternehmer in einem Interview mit der "Sport-Bild". Ohne seine Zuwendungen sei der Verein aktuell "nicht überlebensfähig".

Der amtierende Champions-League-Sieger wird die Lizenz für die kommende Saison nur unter Auflagen erhalten.

Duvnjak wegen Panne zu Kiel

Eine nun bekannt gewordene Panne bildet den vorläufigen Höhepunkt der schweren Hamburger Wochen. Denn der Verlust von Welthandballer Domagoj Duvnjak an Kiel ist laut Rudolph allein schlechtem Management geschuldet.

"Duvnjak wollte gar nicht gehen, das will er heute noch nicht. Nur durch eine Panne der beim HSV damals Verantwortlichen verlieren wir ihn nun. Damals wurde der Zeitpunkt und die Notwendigkeit versäumt, mit ihm über eine Vertragsverlängerung zu verhandeln", verriet Rudolph der "Sport Bild".

Zuletzt schien es, als ob die vielen Negativschlagzeilen auch an der Mannschaft nicht spurlos vorbeigegangen sind. Gegen den SC Magdeburg setzte es am vergangenen Spieltag eine überraschende Niederlage.

Volles Haus in Hamburg

Zumindest eine positive Nachricht gibt es für den finanziell angeschlagenen Klub aber.

Nach den zuletzt rückläufigen Zuschauerzahlen darf der HSV endlich wieder auf eine ausverkaufte 02 World hoffen. So wurden bis Dienstag bereits 11.600 Karten verkauft.

Flensburg schreckt ein möglicher Hexenkessel jedoch keineswegs ab: "Schlimmer als in Skopje kann es gar nicht werden", sagte Flensburg-Trainer Vranjes dem "Flensburger Tageblatt".

Hens zuversichtlich

Kleiner Vorteil für den HSV: Nach dem Aus im Champions-League-Achtelfinale gegen Skopje konnten die Spieler am Wochenende regenerieren, während die Flensburger um den Einzug in das Final Four kämpften.

HSV-Kapitän Pascal Hens gibt sich vor dem Spiel jedenfalls optimistisch: "Wir wissen, was auf dem Spiel steht und werden zeigen, dass die erste Bundesliga-Niederlage im Jahr 2014 ein Ausrutscher war."

Das müssen sie auch, denn am Sonntag wird es gegen die Löwen sicher nicht einfacher. Die zwei Spitzenduelle sind aber auch eine Chance für die Hamburger. Zwei Siege würden die Querelen der letzten Wochen zumindest vorübergehend vergessen machen.

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