Der Meister lässt sich auch von einem Notarzt-Einsatz nicht irritieren und führt Hamburg zeitweise vor. Die Verfolger punkten.

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Kiel - Der THW Kiel hat zum Abschluss des Jahres seine Muskeln noch einmal kräftig spielen lassen.

Der deutsche Rekordmeister und Titelverteidiger ließ dem Champions-League-Sieger HSV Hamburg beim 35:24 (19:12) im "Weihnachts-Kracher" der DKB Handball-Bundesliga nicht den Hauch einer Chance und verteidigte seine Spitzenposition eindrucksvoll (36:4-Punkte).

Nur noch eine Titelchance für Hamburg

Die Hoffnungen der Hamburger auf ihren zweiten Meistertitel nach 2011 erhielten dagegen ihren vielleicht entscheidenden Dämpfer.

Angesichts von jetzt fünf Punkten Rückstand auf die Ligapitze (31:9) und dem vorzeitigen Aus im DHB-Pokal bleibt für die Mannschaft von Trainer Martin Schwalb in dieser Saison wohl nur noch die Chance auf den Titel in der Königsklasse. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Sjöstrand lässt Hamburg verzweifeln

"Das war schon wahnsinnig, was wir da heute geleistet haben", sagte Kiels Nationalspieler Dominik Klein bei SPORT1: "Wir schauen aber nicht auf die Tabelle und wollen auch keine Rechenspiele anstellen. Wir sind der THW Kiel und wollen einfach jedes Spiel gewinnen."

Die HSV-Stars waren dagegen völlig bedient. "So schlecht waren wir schon lange nicht mehr. Diese Leistung ist nur schwer zu erklären. Das darf uns nicht passieren", sagte der Kroate Domagoj Duvnjak.

Matchwinner vor 10.285 Zuschauern in der ausverkauften Kieler Sparkassen-Arena war THW-Keeper Johan Sjöstrand, der die Hamburger mit zahlreichen Weltklasse-Paraden verzweifeln ließ.

Bester Torschütze der Gastgeber, die im letzten Spiel vor der fünfwöchigen Ligapause wie aufgedreht spielten, war Marko Vujin mit elf Treffern. Beim HSV, der seit dem 6. November 2007 auf einen Sieg an der Förde wartet, traf Joan Canellas am häufigsten (6).

Verfolger bleiben dran

Ärgster Verfolger der Kieler bleibt nach dem 20. Spieltag die SG Flensburg-Handewitt (34:6). Der Vizemeister besiegte den SC Magdeburg ebenfalls am zweiten Weihnachtstag mit 38:28 (18:12). (STENOGRAMME: 20. Spieltag)

Die Rhein-Neckar Löwen schoben sich durch einen ungefährdeten 33:29 (19:15)-Erfolg gegen GWD Minden am HSV vorbei auf den dritten Platz.

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Die Füchse Berlin bleiben nach dem 30:29 (19:12) gegen HBW Balingen-Weilstetten mit nunmehr 30:10-Zählern Fünfter.

Außerdem bezwang am zweiten Weihnachtstag TuS N-Lübbecke die HSG Wetzlar 34:29 (17:17), der VfL Gummersbach verschaffte sich mit einem 34:27 (18:16) beim Bergischen HC Luft im Tabellenkeller.

Notarzt-Einsatz auf der Tribüne

Überschattet wurde das Spitzenspiel in Kiel von einem Notarzt-Einsatz auf der Tribüne.

Weil die Sanitäter minutenlang versuchten, einen Zuschauer im vierten Rang der Arena wiederzubeleben, unterbrachen die Unparteiischen Robert Schulze und Tobias Tönnies beim Stand von 5:2 (7:29 Minuten) für Kiel für 13 Minuten das Spiel.

Einige Zuschauer hatten zuvor "aufhören, aufhören" skandiert. Erst als der Zuschauer in sehr kritsichem Zustand auf einer Trage aus der Halle ins Krankenhaus gebracht worden war, wurde die Partie auf Geheiß von Spielleiter Uwe Stemberg fortgesetzt.

Der Zuschauer befindet sich mittlerweile im Krankenhaus, sein Zustand ist nach THW-Angaben kritisch.

Kiel führt Hamburg vor

Auch von der Unterbrechung ließen sich die Hausherren nicht aus dem Konzept bringen und führten die Hamburger phasenweise vor.

Immer wieder bissen sich die Gäste an der bärenstarken Kieler Abwehr die Zähne aus oder scheiterten am überragenden Sjöstrand.

Zur Halbzeit war die Partie praktisch entschieden - schon zu diesem Zeitpunkt hatte der schwedische Torhüter knapp ein Dutzend Paraden auf seinem Konto.

Als die Kieler kurz nach dem Seitenwechsel erstmals mit zehn Treffern führten (36.), stimmten die Fans bereits "Oh, wie ist das schön" an. In den Schlussminuten kreiste "La ola" durch die Halle.

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