Die Füchse spielen stark - der THW spielt besser. Berlin gratuliert dem Bezwinger. SPORT1-Experte Kretzschmar verneigt sich.

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München/Berlin - Das Imperium des THW Kiel hat in der DKB HBL zurückgeschlagen: Dem Wackler in Flensburg ließ die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason im Topspiel bei den Füchsen Berlin eine wahre Handball-Gala folgen. (Bericht)

Das eindrucksvolle 33:29 (18:12) in der Hauptstadt war ein klares Signal an die Konkurrenz: Die Meisterschaft geht auch im Jahr des Kieler Umbruchs nur über den THW. (STENOGRAMME: Der 17. Spieltag)

"Das war extrem wichtig. Wir wollen die Meisterschaft im sogenannten Umbruchjahr nicht verschenken und alles dafür geben, dass es klappt", sagte Gislason im "NDR-Sportclub". (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Selbst den Besiegten blieb nach der einseitigen Partie in der Berliner Schmeling-Halle nur die Bewunderung für den Gegner. "Hut ab vor dem, was der THW gespielt hat. Wir hatten keinen schlechten Tag, trotzdem waren wir chancenlos", sagte Dagur Sigurdsson den "Kieler Nachrichten".

Alles versucht

Der Füchse-Coach hatte mit seinem Team in den 60 Minuten zuvor alles versucht - doch gegen den Kieler Angriffswirbel war einfach kein Kraut gewachsen.

Zwei Wochen nach der schmerzhaften Derbypleite bei der SG Flensburg-Handewitt (30:34) zeigten die Zebras ihre beste Saisonleistung und waren dem Bundesliga-Dritten in allen Belangen überlegen.

"Wir haben in Flensburg schlecht gespielt, das wollten wir unbedingt besser machen", sagte der mit elf Treffern überragende Rückraumspieler Marko Vujin. SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar sprach angesichts der Kieler Demonstration sogar vom "perfekten Spiel. Das ist Weltklasse in allen Bereichen. Da ist jede Mannschaft der Welt chancenlos."

Erstaunliche Stärke

Selbst als Berlin, frenetisch angefeuert von den über 10.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena, kurz vor dem Ende noch einmal auf vier Tore herankam, ließ sich Kiel nicht aus der Ruhe bringen.

"Spielstände zählen für uns nicht. Wir wollen einfach immer nur gewinnen. Titel, Titel, Titel", sagte Linkshänder Vujin, der inzwischen auch die Torschützenliste der Bundesliga anführt (117 Treffer).

Die Stärke der neuen Kieler Mannschaft zum jetzigen Zeitpunkt der Saison ist erstaunlich.

Immerhin musste der Rekordmeister nach dem Abschied von seinem langjährigen Kapitän Marcus Ahlm, von Welthandballer Daniel Narcisse, Torwart-Gigant Thierry Omeyer und Vize-Europameister Momir Ilic im Sommer gleich vier Abgänge kompensieren. Abgänge, die durch die Verpflichtungen von Keeper Johan Sjöstrand, Rückraumspieler Wael Jallouz und Spielmacher Rasmus Lauge Schmidt weit weniger prominent aufgefangen wurden.

Traum von 19. Meisterschaft

Und trotzdem lebt der Traum von der 19. Meisterschaft - nach dem Ausrufezeichen von Berlin sogar stärker denn je.

Zum entscheidenden Vorteil der Kieler, die mit 28:4 Punkten nur aufgrund des verzerrten Spielplans hinter Spitzenreiter Flensburg (29:5) auf dem zweiten Platz rangieren, könnte das Programm in der Rückrunde werden.

Denn mit dem HSV Hamburg, Flensburg und Berlin müssen noch drei der vier Top-Teams beim THW antreten.

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