Der THW Kiel kassiert überraschend die erste Pleite in Magdeburg. Die Verfolger halten sich schadlos und schöpfen wieder Hoffnung.

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München - Meister THW Kiel hat überraschend die erste Saisonniederlage in der DKB-Handball-Bundesligakassiert.

Nach zuvor acht Siegen aus acht Spielen verlor das Team von Alfred Gislason mit 31:34 (13:16) beim SC Magdeburg (News). Die Verfolger HSV Hamburg, Rhein-Neckar Löwen und SG Flensburg-Handewitt nutzten den Patzer und schoben sich mit klaren Siegen dichter an den Tabellenführer heran.

Hamburg schlägt Eisenach

Champions-League-Gewinner Hamburg bezwang auswärts mühelos den Aufsteiger ThSV Eisenach 39:32 (20:13) und schloss mit 12:4 Punkten zum Tabellenvierten Füchse Berlin auf.

Flensburg-Handewitt sprang durch ein 33:26 (16:16) gegen Aufsteiger TV Emsdetten zunächst auf Rang drei.

Löwen siegen trotz Unruhe

Die zweitplatzierten Rhein-Neckar Löwen (15:3) siegten trotz aller Unruhen um die möglichen Abgänge von Erfolgstrainer Gudmundur Gudmundsson und dem dreifachen Torschützen Uwe Gensheimer mit 35:27 (16:14) gegen den TBV Lemgo. (STENOGRAMME: Der 9. Spieltag)

Gudmundsson steht angeblich vor einem Engagement als Trainer der dänischen Nationalmannschaft, Gensheimer wird von Kiel und Barcelona umworben (Bericht).

Kretzsche wünscht Gudmundsson Titel

SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar lässt durchblicken, dass er nicht an einen Verbleib des Isländers glaubt.

"Natürlich ist es als dänischer Nationaltrainer eine tolle Aufgabe. Es ist schade für das Projekt der Rhein-Neckar Löwen. Er hat der Mannschaft seine Handschrift gegeben. So einen Trainer zu verlieren ist schade. Vielleicht verabschiedet er sich mit einem Titel. Es wäre ihm zu wünschen", sagte er am Rande der Partie zwischen dem SC Magdeburg und dem THW Kiel.

Musche: "Man hat nichts zu verlieren"

Die Kieler liefen fast die gesamte Spielzeit einem Rückstand hinterher und fanden nie wirklich ein Mittel gegen den ersatzgeschwächten Außenseiter aus Sachsen-Anhalt.

"Man hat nichts zu verlieren. Man muss voll reingehen, vor allem, wenn man so gebeutelt ist wie wir. Wenn es dann läuft, dann ist sowas wie heute möglich", sagte Linksaußen Matthias Musche nach der Partie am SPORT1-Mikrofon.

Als Filip Jicha per Strafwurf in der 45. Minute den Ausgleich erzielte, schien die Partie zu kippen.

Wiencek als fairer Verlierer

Die Hausherren kämpften aber mit den eigenen Fans im Rücken und setzten sich erneut ab.

"Wir haben heute nicht das gespielt, was wir spielen wollten und verdient verloren. Das ist oft so beim Handball. Die Mannschaft, die mehr fightet, gewinnt das Spiel. Und das war heute Magdeburg", kommentierte Nationalspieler Patrick Wiencek anschießend die Niederlage seiner Mannschaft.

Bester Werfer bei Magdeburg war Stefan Kneer mit neun Treffern. Filip Jicha gelangen auf Kieler Seite zehn Tore.

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