Olafur Gustafsson (r., gegen Manuel Späth) spielt seit November 2012 bei der SG © getty

Achterbahnfahrt in Flensburg: Göppingen hat den Sieg scheinbar sicher, bricht aber auch wegen umstrittener Pfiffe ein.

München - Meisterschafts-Favorit SG Flensburg-Handewitt hat am zweiten Spieltag der DKB Handball-Bundesliga einen Zittersieg gefeiert.

Der Vizemeister bezwang Frisch Auf Göppingen denkbar knapp mit 25:24 (12:13).

Überzeugend spielte der Titelkandidat Nummer eins, wie SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar und Bundestrainer Martin Heuberger unlängst erklärten, aber erst in den letzten zehn Minuten.

Hohe Führung für Göppingen

Noch Mitte der zweiten Halbzeit lagen die Schwaben, angeführt von einem überragenden Tim Kneule, mit sechs Treffern in Front.

Dann aber sorgten ein paar umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen und Zwei-Minuten-Strafen für leichte Unsicherheiten bei den Gästen, die Flensburger drehten dagegen auf und kamen Tor um Tor wieder heran.

Rasmussen ragt heraus

Auch SG-Keeper Sören Rasmussen hielt sein Team mit einigen starken Paraden, einem gehaltenen Siebenmeter, im Spiel. Den Schlusspunkt setzte Nationalspieler Steffen Weinhold in letzter Sekunde zum 25:24.

Siegtorschütze Weinhold zeigte sich am SPORT1-Mikrofon trotz der zwei Punkte eher skeptisch: "Wir freuen uns, dass wir gewonnen haben. Aber man hat auch gesehen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben. Da waren einige Abstimmungsprobleme und technische Fehler. Jetzt haben wir eine Woche bis zum nächsten Spiel - und die brauchen wir auch."

Bester Werfer der Flensburger war Anders Eggert mit sieben Toren, bei Göppingen glänzte Kneule mit sechs Treffern (STENOGRAMME: Der 2. Spieltag).

FAG-Rückkehrer Michael Kraus blieb mit zwei Toren einmal mehr unter seinen Möglichkeiten, setzte seine Mitspieler mit einigen starken Anspielen aber immer wieder in Szene.

"Anderen Teams müssen sich warm anziehen"

"Es ist unglaublich ärgerlich. Wir hatten sie so weit, dass sie eingeknickt sind, und auch das Publikum war plötzlich ruhig. Und dann dreht sich das Spiel, Flensburg ist wieder da, die Halle ist wieder da und dann wird's richtig schwierig", sagte Evgeni Pevnov bei SPORT1.

Und richtete anschließend eine Kampfansage an die Liga: "Wir haben ein starke Mannschaft diese Saison. Das hat man gegen Magdeburg schon gesehen, und heute auch. Die anderen Mannschaften, die zu uns kommen und zu denen wir kommen, müssen sich warm anziehen."

Lobedank verletzt

Zusätzlich zur Niederlage gab es für Göppingen eine weitere schlechte Nachricht:

Linkshänder Felix Lobedank wurde mit dem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung Mitte der ersten Halbzeit ausgewechselt und kam auch nach der Pause nicht mehr aus der Kabine.

Der Rückraumspieler war nach einem Foul von Thomas Mogensen mit dem Kopf gegen das Knie von Flensburgs Abwehr-Spezialisten Tobias Karlsson geknallt und mit schmerz-verzerrtem Gesicht liegen geblieben.

Füchse 14 Minuten ohne Tor

Einen Fehlstart in die Saison erwischten die Füchse Berlin.

Fünf Tage nach dem Aus in den Playoffs zur Champions League unterlag der Vorjahres-Vierte in einer Nachholpartie des ersten Spieltags bei MT Melsungen 23:28 (12:13).

Zu Beginn der zweiten Halbzeit gelang den Füchsen beinahe 14 Minuten lang kein Tor (STENOGRAMME: Der 1. Spieltag).

Erfolgreichster Berliner Akteur war Rückraumspieler Pavel Horak mit acht Treffern, für Melsungen erzielte Michael Allendorf sechs Tore.

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