Vorm Supercup schlagen der stark veränderte THW eher leise Töne an, während Flensburg-Star Glandorf eine Kampfansage aussendet.

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Von Annette Bachert und Anett Sattler

München - Vier Weltklasse-Spieler haben Kiel verlassen, drei junge Akteure sind dazugekommen: Kiels Cheftrainer Alfred Gislason steht mit seinem rundum erneuerten Kader eine schwierige Saison bevor. Doch der 53-Jährige freut sich auf die neue Herausforderung.

"Das ist der größte Umbruch seit ich hier in Kiel bin", verriet der Isländer SPORT1: "Das ist kreativ. Aber ich weiß nicht ganz genau, was dabei herauskommt."

Mit dem Supercup (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) gegen die SG Flensburg-Handewitt steht für den THW nun der erste Gradmesser an. ( 742898 DIASHOW: Der Transfermarkt der DKB HBL )

"Auch wenn die Zeichen für uns nicht großartig stehen, wollen wir auf keinen Fall verlieren", erklärte Gislason.

Glandorf mit Kampfansage

So sieht man das allerdings auch beim Nordrivalen in Flensburg, der die Rolle des "ewigen Zweiten" gerne ablegen würde - und das direkt mit der ersten Titel der kommenden Saison (So., ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+).

"Wir wollen unbedingt den Pokal gewinnen, keine Frage. Wir werden alles versuchen das Ding zu holen, um dann auch gestärkt in die Saison zu gehen", sagte SG-Schütze Holger Glandorf bei SPORT1: "Als Sportler will man Titel gewinnen. Und das wird für uns jetzt langsam mal Zeit."

Standort-Bestimmung

Und die Voraussetzungen für einen Flensburger Triumph sind besser denn je. Im Gegensatz zum THW kann Coach Ljubomir Vranjes auf eine eingespielte Mannschaft zurückgreifen, die mit vier jungen Spielern nur punktuell verstärkt wurde und bis auf Petar Djordjic kaum schmerzhafte Abgänge zu verzeichnen hat.

"Wir haben den Vorteil, dass wir nur Rückraum links einspielen müssen. Aber das ist eine wichtige Position", wie der Schwede erklärte. Und fügte an: "Wir verstecken uns nicht, wir werden angreifen. Es ist ein wichtiges Spiel, um zu wissen, wo wir stehen."

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Das ist aber auch die große Frage beim THW.

Die Generalprobe gegen den dänischen Meister Aalborg Handbold gewann der deutsche Champion zwar knapp, hinterließ mit vielen Fehlern und einigen Abstimmungsproblemen aber noch keinen meisterlichen Eindruck.

Jicha schwärmt über Neuzugänge

"Wir brauchen noch viel Zeit, um uns einzuspielen", sagte auch Neuzugang Rasmus Lauge Schmidt im SPORT1-Gespräch.

Doch das Potenzial, dass die Neuen Lauge Schmidt, Wael Jallouz und Keeper Johann Sjöstrand mitbringen, ist immens.

Da kommt Neu-Kapitän Filip Jicha sogar richtig ins Schwärmen.

"Sie sind sehr jung und sehr talentiert. Jeder von ihnen hat besondere Fähigkeiten, die die Bundesliga noch nicht gesehen hat. Sie müssen mit uns hart arbeiten - und jeder an sich selbst. Es wird ein Prozess, der noch Wochen dauern wird. Das wissen alle. Aber es ist eine sehr reizvolle Aufgabe."

"Primär zählt die eigene Leistung

Jicha, der nach dem Abgang von Thierry Omeyer, Daniel Narcisse, Momir Ilic und Ex-Mannschaftsführer Marcus Ahlm nun wohl wichtigste Spieler in Gislasons Mannschafts-Korsett, ist mehr denn je gefordert - auf und abseits des Spielfeldes.

"Ich versuche an erster Stelle, meine Leistung zu bringen. Die Verantwortung auf dem Spielfeld ist die gleiche, wie immer", erklärte der 31-Jährige.

Vertrauensperson Jicha will einfach dasein

Dafür verweist er auf die wichtige Rolle der Vertrauensperson: "Mehr Verantwortung habe ich vor allem neben dem Spielfeld. Da zu sein, wenn ich gebraucht, werde. Und das will ich auch. Ich will für die neuen Spieler da sein, dass sie sich immer an mich wenden können."

Wenn Trainer-Fuchs Gislason sowie sein verlängerter Arm auf dem Spielfeld Jicha aber ihre Aufgaben so genial ausfüllen, wie sie das in der Vergangenheit ausfüllten, könnte der Supercup-Gewinn nur der Auftakt zu einer weiteren titelreichen Saison für den verjüngten THW werden.

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