Mit breiter Brust geht die SG in den Supercup und schickt Giftpfeile Richtung Kiel. Gislason hofft auf Verständnis der Fans.

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Hamburg - Same procedure as every year? Von wegen!

Nach dem personellen Umbruch beim THW Kiel wittert die Konkurrenz vor der neuen Saison in der DKB Handball Bundesliga ihre Chance.

Schon bei der Ouvertüre will die SG Flensburg-Handewitt dem Kieler Seriensieger der vergangenen Jahre in die Suppe spucken.

Weinhold mit Kampfansage

Vor dem Supercup in Bremen am Dienstag (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) bläst der Herausforderer unverhohlen zur Attacke auf den Branchenprimus.

"Diesen Titel werden wir sicherlich nicht kampflos abgeben - das kann sich Kiel hinter die Ohren schreiben", sagte Flensburgs Nationalspieler Steffen Weinhold den "Kieler Nachrichten" selbstbewusst.

Und auch SG-Kreisläufer Michael Knudsen frohlockt vor dem brisanten Nordduell: "Wir haben große Ziele und eine starke Mannschaft. Das wollen wir in Bremen beweisen."

Elwardt stapelt tief

Der THW hört solche Kampfansagen gern.

Obwohl der Rekordchampion die letzten sechs Titel auf nationaler Ebene (2xMeister, 2xPokalsieger, 2xSupercup-Sieger) allesamt abgeräumt hat, findet der Klub Gefallen an der Rolle des Underdogs.

"Wir sind nicht der Hecht im Karpfenteich, wir sind in dieser Saison mal die graue Maus", beschrieb Klaus Elwardt die neue Situation und kürte Flensburg vor dem prestigeträchtigen Schleswig-Holstein-Derby zum Favoriten.

"Kretzsche" tippt auf Flensburg

Auch die Experten trauen dem Vizemeister den großen Wurf zu.

"Flensburg ist in diesem Jahr der Favorit. Sie haben eine sehr homogene Mannschaft. Kiel hatte nach der vergangenen Saison dagegen einen großen Aderlass zu verkraften", sagte SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar.

Gislason hofft auf Verständnis

Nach dem im Sommer erfolgten Umbruch sind beim THW gerade einmal sechs Spieler übriggeblieben von der Mannschaft, mit der Trainer Alfred Gislason noch vor einem Jahr das Triple und die perfekte Meisterschaft mit 68:0 Punkten gefeiert hatte.

Mit dem langjährigen Kapitän Marcus Ahlm, Welthandballer Daniel Narcisse, Torwart-Gigant Thierry Omeyer und Vize-Europameister Momir Ilic sind im Sommer gleich vier Leistungsträger von Bord gegangen, die durch die Verpflichtungen von Keeper Johan Sjöstrand, Rückraumspieler Wael Jallouz und Spielmacher Rasmus Lauge Schmidt weit weniger prominent ersetzt wurden. ( 742898 DIASHOW: Der Transfermarkt der DKB HBL )

"Sicherlich wird es bei uns auch mal Leistungsschwankungen geben, aber ich hoffe, dass die Zuschauer das akzeptieren", sagte Gislason.

Bilanz spricht für den THW

Der Isländer denkt vor der Partie gegen den Nordrivalen aber garnicht daran, den Titel kampflos abzuschenken.

"Der Supercup ist der erste Titel, den man holen kann. Natürlich wollen wir den gewinnen. Wenn der THW Kiel auf Flensburg trifft, will keiner verlieren", sagte Gislason.

Die Bilanz spricht vor der Neuauflage des letztjährigen Supercups klar für den Titelverteidiger: Siebenmal holte der THW den Pokal, Flensburg siegte bei sechs Teilnahmen nur einmal - im Jahr 2000 gegen Kiel.

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