Frank Rost übernahm am 19. Juni als Geschäftsführer des HSV Handball © getty

Während der Kurzzeitmanager schweigt, klagt seine Beraterin über das Nachtreten von Rudolph - und rechterfertigt Rosts Unmut.

Von Michael Spandern

München - Von hoch in den Bergen bahnte sich der aufgestaute Ärger seinen Weg.

Während Frank Rost sich weiter auf die Zunge beißt, ist seiner Beraterin Sabiene Hemkes der Kragen geplatzt.

Zwei Tage, nachdem Rosts unrühmliches Ende als Geschäftsführer des HSV Hamburg bekannt geworden war, verteidigte Hemkes den 40-Jährigen via "Facebook" gegen die Anschuldigungen des Klubpräsidenten Matthias Rudolph.

"Das lässt einen schlecht einschlafen"

Rudolph hatte bei SPORT1 bekräftigt, dass Rost beleidigt gewesen sei, weil er nicht vorab über die Verpflichtung von Zarko Markovic informiert wurde. (HSV-Präsident Rudolph im SPORT1-Interview)

Die Beraterin wies das in ihrem Beitrag zurück: Den Ausschlag gegeben hätten nicht "verletzte Eitelkeiten. Manchmal steckt mehr dahinter."

Rost habe das finanzielle Risiko zu verantworten gehabt. "Das ist kein Spaß und lässt einen schlecht einschlafen, wenn man sich in der Haftung weiß."

Poker um die Abfindung?

Doch schlimmer wiege der Vorwurf, "dass Frank Kohle aus der Sache herausholen will". Hemke befand, dass hier ein Angriffspunkt konstruiert würde:

"Vielleicht ist das Problem bei der ganzen Nummer: Wie greift man jemanden an, der einfach nicht machen will, was man von ihm verlangt, und finanziell unabhängig ist? Und der dazu noch nicht ganz dumm ist und sich in der Betriebswirtschaftslehre und der deutschen Rechtsprechung auskennt?"

Allerdings hat Rudolph nie von einem Poker um die Abfindung gesprochen und sich auch davon distanziert, Rost des vereinsschädigenden Verhaltens bezichtigt zu haben.

Als Lachnummer in den Medien

Die Beraterin des Ex-Fußballprofis zog den Verdacht ins Lächerliche: "Vereinsschädigendes Verhalten durch Schweigen. Das muss man erst einmal hinbekommen."

Rost selbst habe schließlich seit den ersten Meldungen seines vermeintlichen Rücktritts nichts gesagt, außer dass er noch "ein klein wenig Arbeit vor sich auf dem Schreibtisch" habe. Das war am Dienstag, als er ungeachtet der Meldungen noch seinen Job ausübte. (BERICHT: HSV-Chaos: Rost weg und doch noch da)

Seither habe nur Rudolph gesprochen und seinen Angestellten dabei so in den Schmutz gezogen, dass in manchen Medien von einer "Lachnummer Rost" die Rede war.

"Weinende Mitarbeiter als Leumundzeugen"

Rost würde aber nicht mit gleichem Geschütz zurückschießen: "Frank wird sich weiterhin an die Regeln des respektvollen Miteinanders halten, keine Interna in die Öffentlichkeit tragen und auch keine weinenden Mitarbeiter als Leumundzeugen in die Medien ziehen. Ich als Freundin darf aber mal mein Erstaunen äußern."

"Uns geht es super hier in den Bergen und wir genießen es, mal Abstand zu haben", betonte Hemkes. An Maria Himmelfahrt wollten sich die beiden bei E-Bay ersteigerte Langlaufskier in Österreich abholen.

Dort dürften sie auch von neuen Schlagzeilen über das Sommertheater beim Champions-League-Sieger verschont bleiben.

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