Alfred Gislason beerbte 2008 Noka Serdarusic als Coach des THW Kiel © getty

Trotz der Abgänge vieler Stars ist der Double-Sieger selbstbewusst. THW-Geschäftsführer Elwardt schickt eine Spitze nach Hamburg.

Kiel - Neue Mannschaft, alte Ziele: Trotz des im Sommer erfolgten Umbruchs und nach dem Verlust von vier Leistungsträgern streben die Zebras die erfolgreiche Titelverteidigung in der DKB Handball Bundesliga.an.

Einen Seitenhieb an den großen Rivalen HSV Hamburg (BERICHT: HSV-Chaos: Rost weg und doch noch da) konnten sich die Kieler bei ihrer Saisoneröffnung nicht verkneifen.

Gislason hat trotz Abgängen selbstbewusst

"Der Verjüngungsprozess ist eine riesige Herausforderung, aber wir wollen natürlich wieder um alle Titel mitspielen", sagte THW-Trainer Alfred Gislason am Mittwoch selbstbewusst. "Priorität hat dabei die Meisterschaft".

Als größte Konkurrenten bezeichnete der Isländer die SG Flensburg-Handewitt und die Rhein-Neckar Löwen. Auch den HSV und die Füchse Berlin hat er auf der Rechnung.

Der Double-Gewinn in der abgelaufenen Serie markierte das Ende einer beispiellos erfolgreichen THW-Ära. Gerade einmal sechs Spieler sind übriggeblieben von der Mannschaft, mit der Gislason noch vor einem Jahr die perfekte Meisterschaft mit 68:0 Punkten feierte.

Großer Aderlass beim THW

Mit dem langjährigen Kapitän Marcus Ahlm, Welthandballer Daniel Narcisse, Torwart-Gigant Thierry Omeyer und Vize-Europameister Momir Ilic sind im Sommer gleich vier Leistungsträger von Bord gegangen.

Sie sollen durch die Verpflichtungen von Keeper Johan Sjöstrand, Rückraumspieler Wael Jallouz und Spielmacher Rasmus Lauge Schmidt aufgefangen werden.

"Sicherlich wird es bei uns auch mal Leistungsschwankungen geben, aber ich hoffe, dass die Zuschauer das akzeptieren", sagte Gislason.

Ruhe und Akribie an der Förde

Ungeachtet der Turbulenzen beim großen Rivalen HSV Hamburg, der am Dienstag seinen Geschäftsführer Frank Rost beurlaubte, bereitet sich der THW mit Ruhe und Akribie auf die neue Saison vor.

Die kommende Serie bezeichnet Gislason als "Zwischenjahr" - was allerdings nicht heißt, dass die Ansprüche an der Förde kleiner werden.

"Wir sind nicht der Hecht im Karpfenteich, wir sind in dieser Saison mal die graue Maus", beschrieb THW-Geschäftsführer Klaus Elwardt die neue Situation, "aber es wäre nicht Kiel-like, wenn wir sagen würden, dass wir Fünfter oder Sechster werden wollen."

Spitze gegen HSV

Der Gewinn der Meisterschaft sei für ihn nach wie vor das größte Ziel.

Eine kleine Spitze gegen den HSV konnte sich der Manager am Tag nach der Demission von Rost nicht verkneifen.

"Vielleicht nimmt man sich dort zu wichtig, was die Geschäftsführer-Ebene und alles drum herum angeht", sagte Elwardt (INTERVIEW: "Hier laufen nicht nur Deppen herum"): "Vielleicht sollten sie die Mannschaft mal in den Vordergrund rücken und sich alle selbst ein wenig zurücknehmen."

Jicha will neues Team unsterblich machen

Ihre neuen Qualitäten können die Kieler bereits am kommenden Dienstag unter Beweis stellen. Der Supercup gegen den Flensburger Erzrivalen bezeichnet der neue Kapitän Filip Jicha allerdings höchstens als Zwischenstopp.

"Wir müssen das Ziel haben, den THW mit der neuen Mannschaft wieder unsterblich zu machen", sagte Jicha.

Unsterblich wie in der Saison 2011/12, als der THW das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League holte.

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