Hoffen und Bangen vor der neuen Saison: (v.l.) THW-Trainer Alfred Gislason, Löwen-Abwehrchef Oliver Roggisch, HSV-Sportdirektor Frank Rost und Füchse-Torhüter Silvio Heinevetter © getty

Der HSV-Sportdirektor poltert im Hoeneß-Stil, der Löwen-Abwehrchef schockt die Fans. Die Topteams der DKB HBL im SPORT1-Check.

Von Martina Farmbauer

München - Die Nachricht kommt nach einer Untersuchung an diesem Montag: Oliver Roggisch hat bei einem Vorbereitungsturnier eine Fraktur des Speichenköpfchens erlitten.

Er muss zwar nicht operiert werden, aber auch eine konservative Behandlung des Bruchs dauert drei Wochen.

Damit wird der Abwehrchef den Rhein-Neckar Löwen beim Auftakt der DKB HBL fehlen. Ein herber Schlag für die Badener.

Doch wie steht es um die anderen Premium-Mannschaften der Liga? SPORT1 nimmt sie zum anstehenden Saisonstart unter die Lupe.

HSV Hamburg

Bei zwei der vier Spitzenmannschaften, dem THW Kiel und dem HSV Handball, hat es einen Umbruch gegeben. Dabei fanden die größten Veränderungen in Hamburg statt.

Nach dem Triumph in der Königsklasse verließen sechs Spieler den Verein, acht neue kamen.

Zusätzlich heuerte mit Frank Rost auch noch ein neuer Sportdirektor an. Immerhin bleibt Pascal Hens Kapitän.

Rost erhöht den Druck

Im Trainingslager in Tirol ging es zunächst einmal darum, zusammenzufinden. Am 21. und 23. August stehen bereits die Playoff-Partien um den Einzug in die Champions League an. Die Generalprobe gegen die Füchse Berlin im Heide Cup am Wochenende verlor der HSV.

Trainer Martin Schwalb hat noch viel Arbeit vor sich, will er die Kamfansage seines Sportdirektors an den deutschen Serienmeister Kiel umsetzen.

"Gemessen an unserem Etat müssten wir die Titel nur so reinholen", sagt Rost. "Wer mit diesem Druck nicht umgehen kann, ist im Profisport fehl am Platz."

THW Kiel

Vier wichtige Spieler haben Kiel den Rücken gekehrt, unter ihnen auch der langjährige Kapitän Marcus Ahlm. Dagegen ist das Tauziehen um Linkshänder Christian Zeitz beendet.

Zeitz hatte einen ab dem Jahr 2014 gültigen Vertrag bei MKB Veszprem in Ungarn unterschrieben und damit kokettiert, bereits zur kommenden Saison zu wechseln. Doch er wird in der kommenden Saison bei Kiel aktiv sein. Bis zum Montag hat Zeitz mit dem Team von Alfred Gislason im Trainingslager in Dänemark geschwitzt.

Am Faaborgfjord, der dänischen Südsee, ist das Motto des Double-Gewinners ähnlich wie zuletzt bei Hamburg im Ötztal klar gewesen: sich mit den Neuen möglichst schnell einzuspielen. Tests gegen ausschließlich dänische Erstligisten sollten den Prozess beschleunigen.

Rhein-Neckar Löwen

Das, was beim THW Kiel und dem HSV Hamburg der Umbruch ist, das sind bei den Rhein-Neckar Löwen die Verletzungen.

Nachdem sie beim Kempa-Cup das Derby gegen Frisch Auf Göppingen in der Gruppenphase verloren hatten, blieb das kleine Finale.

Das gewannen die Löwen zwar gegen Zweitligist TV Bittenfeld.

Drama um Roggisch

Aber Abwehrchef Oliver Roggisch verletzte sich dabei so schwer, dass er zum Bundesliga-Auftakt ausfällt.

Ein Gegenspieler rammte Roggisch, so dass dieser zu Boden stürzte und auf den linken Ellbogen fiel. Zunächst hieß es, das Gelenk sei ausgekugelt, Trainer Gudmundur Gudmundsson befürchtete jedoch schon Schlimmeres.

Zugang Nikola Manojlovic war beim Kempa-Cup wegen Knieproblemen erst gar nicht erst dabei. Erst in der vergangenen Woche hatte sich Marius Steinhauser das Kreuzband gerissen.

Füchse Berlin

Die Füchse Berlin haben das Finale im Heide Cup gegen den TSV Hannover-Burgdorf verloren.

Viel wichtiger war allerdings, dass sie zuvor die Generalprobe für die Playoffspiele zur Champions League gegen den Königsklassen-Sieger HSV Handball gewannen.

Berlins Sportkoordinator Volker Zerbe resümierte: "Es war ein sehr gut besetztes Turnier, ein echter Prüfstein in dieser Phase der Vorbereitung. Wir sind froh, hier solche Ergebnisse erzielt zu haben. Ich bin mit der Leistung der Mannschaft sehr zufrieden."

Zerbe zufrieden

Schließlich gab es für ihn aber doch einen einzigen Wehrmutstropfen: David Graubner sah nach Foul an Pascal Hens Rot.

Bereits beim nächsten Aufeinandertreffen könnte es allerdings noch hitziger zugehen.

Doch die Füchse scheinen gewappnet zu sein: Schon bei der Saisoneröffnung gegen den VfL Potsdam, mit dem die Berliner eine Zusammenarbeit in Sachen Nachwuchsarbeit vereinbart habe, brachte Torwart Silvio Heinevetter sie nach vorne.

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