Ohne den verletzten Smöre sind die Berliner mit dem Kieler Offensivfeuerwerk teilweise überfordert. Helfen soll der Bayern-Doc.

[kaltura id="0_8v71rxe2" class="full_size" title=""]

Von Katharina Blum

München/Kiel - Der Tag hatte für die Füchse-Fans noch mit einem "Traumlos" begonnen, wie es Manager Bob Hanning nannte.

Den Abend in der Kieler Arena erlebten die Berliner Anhänger dann weit weniger traumhaft.

Acht Stunden nachdem die Füchse für das Champions League-Achtelfinale mit Atletico Madrid den wohl prominentesten und mächtigsten Brocken zugelost bekommen hatten (News), unterlag das Team aus der Hauptstadt Rekordmeister Kiel mit 33:40 (18:22) und verpasste nach dem 26:26 im Hinspiel den nächsten Coup (Bericht).

"Am Ende fehlte uns einfach ein bisschen die Kraft. Da haben die Kieler ihre Stärken ausgespielt, sind ihre Konter gelaufen und wir sind volle Kanne reingelaufen", sagte Berlins Johannes Sellin, mit sieben Treffern bester Werfer der Gäste, gegenüber SPORT1.

Seit mehr als 31 Jahren warten die Berliner auf einen Punktgewinn in Kiel. Zuletzt war ihnen dies beim 16:16 am 19. Dezember 1981 gelungen.

"Volle Kanne reingelaufen"

Gefehlt hat den Berlinern, nach bärenstarkem Start in der zweiten Hälfte mit dem Kieler Offensivfeuerwerk teilweise überfordert, diesmal aber nicht nur die Kraft. Der fieberkranke Trainer Dagur Sigurdsson lag im Bett und wurde von Manager Hanning und Co-Trainer Alexander Haase ersetzt.

"Klar fehlte uns der Trainer ein bisschen, aber der Alex hat das gut gemacht und das angesprochen, was die Kieler spielen. Aber wir haben es hinten raus einfach nicht auf die Reihe bekommen", erklärte Sellin.

Bayern-Doc soll Smöre helfen

Und noch einer fehlte: Mit Sven-Sören Christophersen fiel wegen Knieproblemen einer der wichtigsten Rückraumspieler aus. "Man hat gesehen, dass ein Sven-Sören Christophersen im linken Rückraum fehlt, der die Durchschlagskraft besitzt, auch mal ein paar einfache Tore zu erzielen. Wir haben uns angestrengt und alles gegeben, aber es hat leider nicht gereicht", so Sellin.

Im November war bei dem Nationalspieler das Außenband im rechten Knie gerissen, jetzt plagt ihn plötzlich die linke Seite. Wenn in dieser Woche keine Besserung eintritt, so berichtet die "B.Z.", soll sich Smöre von Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt helfen lassen.

"Ich bin gespritzt worden, wir haben es mit Osteopathie und Homöopathie versucht. Ich wurde in die Röhre geschoben, aber bei der MRT war nichts zu sehen. Das wäre jetzt die nächste Option", sagte der Nationalspieler.

Wieder Tabellenspitze

Der THW Kiel eroberte indes mit dem Sieg zumindest für eine Nacht die Tabellenführung in der DKB Handball-Bundesliga. Der Titelverteidiger steht mit 39:5 Punkten knapp vor dem bisherigen Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen (38:4), der am Mittwoch gegen den TV Großwallstadt wieder vorbeiziehen kann (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Über den ersten Platz freuen wir uns natürlich, aber noch ist er nicht so wichtig. Am Ende der Saison zählt es und deshalb schauen wir erstmal, dass wir auch das nächste Spiel gewinnen", erklärte Kreisläufer Marcus Ahlm gegenüber SPORT1.

Meisterlich war die Vorstellung bereits jetzt schon. Bereits kurz vor dem Halbzeitpfiff bei beim Treffer von Filip Jicha mussten die Berliner zum ersten Mal mit fünf Toren (22:17) ziehen lassen. Auch in der zweiten Hälfte zogen die Kieler ihren Hochgeschwindigkeitshandball weiter durch, herausragende Schützen bei der Torgala waren Rene Toft Hansen (5) und Marko Vujin (5). Acht Kieler Spieler erzielten drei und mehr Tore.

Palmarsson zurück

Während in Berlin die Spieler fehlten, hatten die Kieler nach der Rückkehr von Aron Palmarsson (Knöchelprobleme) allerdings auch "quasi einen Spieler zu viel", wie es Ahlm ausdrückte. Kreisläufer Patrick Wiencek schaffte es als 15. Spieler nicht mehr auf den Spielberichtsbogen.

"Im Laufe der Saison ist auch immer mal wieder einer verletzt und dann wird jeder gebraucht. Wir arbeiten zusammen und versuchen, uns als Team weiterzuentwickeln. Patrick ist ein junger, sehr talentierter Spieler und wird sicher noch seine Chancen bekommen", sagte Ahlm.

Lauge Schmidt kommt

Mit einem weiteren sehr talentierten Spieler soll sich der THW nach SPORT1-Informationen indes einig geworden sein. Mit dem dänischen Vize-Weltmeister und Europameister Rasmus Lauge Schmidt erhalten die Kieler zur kommenden Saison namhafte Verstärkung für den Rückraum.

Der 21-jährige Rechtshänder spielt aktuell bei Champions-League-Teilnehmer Bjerringbro-Silkeborg und soll im Sommer an die Förde wechseln.

Eine Nachricht, die wieder gute Träume bescheren könnte, diesmal bei den Kieler Fans.

Weiterlesen