Torwart Silvio Heinevetter wechselt 2009 vom SC Magdeburg nach Berlin © getty

Vor dem Hit beim THW fühlen sich die Berliner als krasser Außenseiter. Heinevetter macht seinem Team bei SPORT1 Mut.

Von Annette Bachert und Tobias Wiltschek

München - Die Füchse wissen, wie man dem Triple-Gewinner ein Bein stellt.

Schließlich haben die Berliner in der Hinrunde der DKB Handball-Bundesliga gegen den THW Kiel ein 26:26 erreicht und damit dem Krösus den ersten Punkt nach zuvor 50 Siegen in Folge abgeluchst.

Dennoch fahren die Hauptstädter mit einer gehörigen Portion Respekt in den hohen Norden zum Kracher des 22. Spieltags (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)

"Ich glaube, Kiel ist immer noch die dominante Mannschaft, auch wenn sie zurzeit nur auf Platz zwei liegen", sagt Berlins Torwart Silvio Heinevetter bei SPORT1. "Das ist mit Abstand die schwerste Aufgabe."

Heinevetter: Kiel stärker als Barcelona

Selbst der FC Barcelona, den die Füchse vor gut zwei Wochen im eigenen Fuchsbau mit 31:30 in der Champions League geschlagen haben, sei nicht so hoch einzuschätzen wie die "Zebras".

Für den 28-Jährigen werden die Kieler daher auch in dieser Saison Deutscher Meister. Die derzeit führenden Rhein-Neckar Löwen seien zwar eine gute Mannschaft. "Aber Kiel hat qualitativ und vor allem quantitativ mehr zu bieten. Deshalb wird Kiel nach der gesamten Saison oben stehen", so Heinevetter.

Deshalb räumt der deutsche Nationalkeeper auch ein, dass man in Kiel verlieren dürfe. Auch Manager Bob Hanning übt sich in Understatement, wenn er sagt: "Das sind keine Punkte, die wir mitnehmen müssen."

"So lange wie möglich mitspielen"

Heinevetter aber ist heiß, die unmögliche Mission zu packen: "Wenn das Spiel gut läuft, ist es auch nicht unmöglich, dort was zu holen."

Daran soll sie weder die Abwesenheit des kranken Trainers Dagur Sigurdsson noch der verletzungsbedingte Ausfall von Sven-Sören Christophersen hindern (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Wir müssen unsere Leistung zeigen. Da ist es, egal wer auf der Bank sitzt. Wir sind schließlich Profis", sagt der 28-Jährige trotzig. Die taktischen Anweisungen würden sie nun eben von Co-Trainer Alexander Haase bekommen.

Außerdem habe Börge Lund das Berliner Lazarett verlassen und sei gegen den deutschen Rekordmeister wieder fit, kündigte Heinevetter an (STENOGRAMME: Der 22. Spieltag).

Drux trumpft auf

Und dass auch die jungen Spieler in die Bresche springen können, hat der 29:24-Sieg am Wochenende in der Champions League bei Pick Szeged in Ungarn bewiesen.

Vor allem der erst 18-jährige Paul Drux machte ein starkes Spiel und erzielte fünf Tore. Auch der mit sechs Toren treffsicherste Berliner Johannes Sellin gehört mit seinen 22 Jahren noch zu den jungen Spielern beim Tabellenvierten.

Dennoch sieht Heinevetter vor allem in der Ausgeglichenheit des Kaders den großen Unterschied zwischen seinem Team und den Kielern, die mit einem Sieg zumindest nach Pluspunkten wieder an den Löwen vorbei auf Platz eins klettern könnten.

"Auch die Spieler, die von der Bank kommen, spielen richtig gut. Von daher sind wir natürlich schlechter besetzt als Kiel", betont "Heine".

Mit Sieg auf Platz drei

Sollte es tatsächlich für einen Erfolg an der Kieler Förde reichen, würden die Berliner nach Pluspunkten nicht nur die SG Flensburg-Handewitt von Platz drei verdrängen.

Sie hätten damit auch zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte in Kiel gewonnen.

Kiel schont Stars

Auf diese Premiere würden die Kieler, die in Bestbesetzung antreten können, jedoch gerne verzichten.

Deshalb schonten sie beim 36:32-Sieg am vergangenen Sonntag bei GWD Minden in der Schlussphase auch einige Leistungsträger für das Spiel gegen die Füchse.

Sie wissen, warum.

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