Die Rhein-Neckar Löwen gewannen das Hinspiel gegen Wetzlar mit 31:29 © imago

Die Löwen wollen beim Überraschungsteam Platz 1 verteidigen. Schmidt warnt bei SPORT1, Groetzki fühlt sich vernachlässigt.

Von Raphael Weber

München - Die Rhein-Neckar Löwen haben ihre Souveränität scheinbar zurückgewonnen - rechtzeitig vor dem Schlüsselspiel in der DKB Handball-Bundesliga.

Bei Überraschungsteam HSG Wetzlar (Mi., ab 20.10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) wollen die Mannheimer ihre Tabellenführung verteidigen.

Dabei hat das Team einen "unberechenbaren Gegner" vor der Brust, wie Patrick Groetzki in der Tageszeitung "Mannheimer Morgen" warnt. Stolpergefahr ist bei der Dauerbelastung auf jeden Fall gegeben: In Wetzlar absolvieren die Löwen ihr fünftes Spiel in 15 Tagen - vier Mal mussten sie dabei auswärts antreten.

Verfolger THW Kiel peilt dagegen im Fernduell beim Tabellen-14. GWD Minden (So., ab 17.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) einen Pflichtsieg an.

Mit Rückenwind nach Wetzlar

Dennoch reisen die Löwen mit Rückenwind nach Wetzlar. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach zuletzt wenig überzeugenden Auftritten beim Pokal-Aus in Flensburg (20:24), einem Zittersieg bei Tatran Presov (34:33) im EHF-Pokal und dem Bundesliga-Remis in Lübbecke (24:24) überrollte das Team von Trainer Gudmundur Gudmundsson am Samstag HC Motor Zaporozhye auf internationalem Parkett mit 35:22.

Ungleichgewicht im Angriff

Von eitel Sonnenschein ist man beim Bundesliga-Tabellenführer aber weit entfernt.

"Im Moment fehlt bei uns ein bisschen das Spiel über die Außen. Das ist ein bisschen frustrierend, wenn man immer die Linie rauf- und runterläuft, aber praktisch nicht am Geschehen teilnimmt", beschwerte sich Rechtsaußen Groetzki nach dem Kantersieg gegen Zaporozhye.

Lediglich zwei Tore gelangen dem Linkshänder gegen die Ukrainer, und er gestand: "Sicherlich bin ich aber auch mit dem, was ich zurzeit zeige, nicht zu 100 Prozent zufrieden."

Fortschritt im EHF-Pokal

Trotzdem erkannte Groetzki einen Fortschritt: "Wir haben nicht nachgelassen, auch die vielen Wechsel führten zu keinem Bruch. Im Gegensatz zu den zurückliegenden Spielen haben wir einen guten Mix gefunden."

Diesen werden die Löwen auch in Wetzlar brauchen, um wieder zur Stärke der Hinrunde zurückzufinden. "Insgesamt waren unsere Auftritte bislang zu wechselhaft", gesteht Groetzki ein.

Eine Warnung ist dem Tabellenführer auch das Hinspiel gegen die HSG: Nur knapp gewannen die Löwen seinerzeit mit 31:29.

Wetzlar angriffslustig

Wetzlar geht angriffslustig ins Duell mit dem Ligaprimus. "Wir werden ihnen einen harten Kampf liefern und das Spiel nicht einfach weggeben", verspricht WM-Shootingstar Kevin Schmidt bei SPORT1.

Auch HSG-Kapitän Michael Müller macht seinen Kollegen Mut: "Zu Hause haben wir gegen jeden Gegner eine Chance. Das haben wir schon des Öfteren in der Hinrunde bewiesen."

Warnschuss gegen Melsungen

Das Team um die WM-Youngster Schmidt (24 Jahre), Steffen Fäth (22) und Tobias Reichmann hat den Warnschuss beim hart umkämpften 29:26-Sieg gegen Melsungen gehört. (STENOGRAMME: Der 21. Spieltag)

"Eine solche Leistung reicht gegen die Löwen definitiv nicht. Da müssen wir uns in allen Bereichen steigern", fordert Schmidt: "Die Rhein-Neckar Löwen sind nochmal ein ganz anderes Kaliber."

Vor allem die schwache Abwehrleistung ärgerte den Nationalspieler: "18 Tore in der ersten Halbzeit dürfen uns einfach nicht passieren."

Nach 35 Löwen-Toren zuletzt dürfte auf Wetzlars Abwehr allerdings viel Arbeit zukommen.

[kaltura id="0_vh8gnr7n" class="full_size" title="Schmidt nimmt Kollegen in die Pflicht"]

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