Oscar Carlen hat bislang 78 Länderspiele für die schwedische Auswahl bestritten © imago

Vor dem Duell mit Magdeburg darf Hamburgs Dauerpatient nur zum Aufwärmen ran. Die Gäste haben noch "eine Rechung offen".

Von Tobias Wiltschek

München - Die Entscheidung traf Hamburgs Trainer Martin Schwalb erst einen Tag vor dem Spiel der DKB Handball-Bundesliga gegen den SC Magdeburg (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM).

Oscar Carlen wird im Duell mit dem Tabellenachten doch noch nicht mitspielen können, aber er wird sich zum ersten Mal vor einer Partie mit seinen Teamkollegen aufwärmen und aufs Tor werfen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Wir haben uns für diese Variante entschieden, um ihn weiter behutsam an die Mannschaft heranzuführen. Er soll sich erst einmal wieder an den Rhythmus eines Spieltages gewöhnen", begründete Schwalb im "Hamburger Abendblatt" die Maßnahme.

Besonderer Moment

Carlen muss also sein Debüt für den Tabellensechsten, der mit einem Sieg Hannover-Burgdorf überholen und den Füchsen Berlin auf die Pelle rücken kann, noch einmal verschieben. Doch auch das Warmspielen mit der Mannschaft wird ein ganz besonderer Moment sein für den Schweden, der eine schier endlose Leidensgeschichte hinter sich hat.

2011 war der Rückraumspieler von der SG Flensburg-Handewitt in die Millionen-Metropole gewechselt. Doch aufgrund von zwei Kreuzbandrissen und drei Operationen konnte er bislang kein einziges Spiel für seinen mittlerweile nicht mehr ganz so neuen Verein absolvieren.

Pokal-Auslosung in der Pause

"Ich bin bereit, fühle mich fit. Ich kann mich jedoch nach dieser langen Wartezeit auch noch ein paar weitere Tage gedulden", hatte der 24-Jährige selbst über seinen Fitnesszustand gesagt.

Das Spiel, in dessen Halbzeitpause Box-Europameisterin Ina Menzer den Hamburgern ihren Halbfinal-Gegner im Lufthansa Final Four zulost, verfolgt Carlen von der Zuschauertribüne aus. Dort sitzen auch Michael Kraus und Torsten Jansen.

Spielmacher Kraus hat einen Hexenschuss noch nicht vollständig auskuriert, und Linksaußen Jansen muss nach mehreren Operationen wohl noch bis März auf sein Saisondebüt für den HSV warten.

Bei Marcin Lijewski, der an einer Knöchelprellung laboriert, besteht zumindest noch die Hoffnung auf einen Einsatz gegen Magdeburg. In der Halbzeit-Pause wird

SCM brennt auf Revanche

Auch die Gäste treten die Reise elbabwärts mit Personalproblemen an. Neben den langzeitverletzten Jure Natek und Philipp Weber fällt auch Matthias Musche aus.

Größer als die Verletzungssorgen sind aber die Revanchegelüste bei den Magdeburgern.

"Schließlich haben wir ja auch noch eine kleine Rechnung aus dem Hinspiel offen", betont Torhüter Gerrie Eijlers in der "Magdeburger Volksstimme".

Im ersten Duell der beiden Mannschaften musste der SCM in eigener Halle erst in der letzten Sekunde den entscheidenden Treffer zum 28:29 durch Blazenko Lackovic hinnehmen.

"Wir können es schaffen"

Dass die Revanche gelingen kann, glaubt auch Trainer Frank Carstens. "Wenn wir an unsere Stärken glauben und dazu noch das Tempospiel verbessern, dann können wir es schaffen."

Mit einem Sieg würden die Magdeburger bis auf zwei Zähler an die Hamburger heranrücken.

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