Rechtsaußen Christian Zeitz (r.) holte mit dem THW Kiel 2011/12 das Triple © getty

Der Gipfel zwischen den Löwen und Kiel ist schnell entschieden. Der THW dominiert von Beginn an und übernimmt die Tabellenführung.

Mannheim - Die erfolgsverwöhnten Handballer des THW Kiel haben mit einem Kantersieg die Rhein-Neckar Löwen von der Tabellenspitze der DKB Handball-Bundesliga verdrängt und ein Ausrufezeichen im Titelrennen gesetzt.

Der Deutsche Meister gewann das Gipfeltreffen nach einer Demonstration der eigenen Stärke klar mit 28:17 (14:7) beim Überraschungsteam aus Baden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die bis dato verlustpunktfreien Löwen kassierten nach einer katastrophalen Angriffsleistung mit allein 16 Fehlwürfen in der ersten Halbzeit die erste Saisonniederlage.

"Wir waren für das Spiel nicht bereit", sagte der niedergeschlagene Löwe Oliver Roggisch nach der Partie bei SPORT1: "Wir hatten heute keine Chance."

Kiels Jicha überragt

Vor 13.200 Zuschauern in der ausverkauften Mannheimer Arena waren Filip Jicha (9/1), Christian Zeitz (5 Tore) und Gudjon Sigurdsson (5) die besten Werfer der Kieler, die seit nunmehr 51 Bundesligapartien und seit dem 4. Mai 2011 (24:30 beim SC Magdeburg) ungeschlagen sind.

Zarko Sesum (5), Andy Schmidt (3) und Bjarte Myrhol (3) trafen am besten für die auf der ganzen Linie enttäuschenden Gastgeber, die mit 26:2 Punkten hinter dem THW (27: 1) auf Platz zwei zurückfielen. (STENOGRAMME: Der 14. Spieltag)

Löwen enttäuschen komplett

Vor den Augen von IHF-Weltverbandspräsident Hassan Mustafa enttäuschten die ohne Kapitän Uwe Gensheimer (Achillessehnenriss) angetretenen Löwen auf der ganzen Linie und konnten den Gästen nie wirklich Paroli bieten.

Allein Torhüter Niklas Landin erreichte Normalform und bewahrte seine Mannschaft in der ersten Halbzeit vor einem kompletten Debakel. Der dänische Zwei-Meter-Mann zeigte bis zur Halbzeit zehn Paraden und meisterte zwei Siebenmeter.

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Gensheimer-Vertreter mit erstem Tor

Nach 13 Minuten hatte das in dieser Saison bislang so überragend spielende Rhein-Neckar-Team bereits neun Fehlwürfe auf dem Konto - und nur ein einziges Tor geworfen.

Ausgerechnet Gensheimer-Vertreter Kevin Bitz gelang der erste Treffer des bisherigen Ligaprimus zum 1:2-Anschluss (10.). Nach dem Spiel erhielt er Lob von Roggisch: "Wir hätten Uwe gerne wieder dabei gehabt, aber Kevin hat ein gutes Spiel gemacht - er war einer der besseren Spieler bei uns."

Treffsicherer Zeitz

Zwar leisteten sich auch die Kieler einige Aussetzer, doch ausgerechnet Ex-Löwe Christian Zeitz erwies sich als treffsicher.

Der Linkshänder sorgte mit drei Toren in Serie dafür, dass die Zebras nach 18 Minuten mit sechs Treffern führten (9:3) und die Löwen erstmals die Köpfe hängen ließen.

Heuberger behält recht

Bundestrainer Martin Heuberger hatte vor der Partie auf die Kieler als Sieger getippt, weil der Titelverteidiger nach Meinung des DHB-Coaches über eine stärkere Bank und größere Variationsmöglichkeiten verfügt.

Heuberger war nicht in der Halle, weil er am zeitgleich stattfindenden Benefizspiel zugunsten des an Leukämie erkrankten Ex-Nationalspielers Arnulf Meffle in Ottersweier teilnahm.

Löwen-Duo mit schwachem Spiel

Die Badener, die für das ultimative Kräftemessen mehr als doppelt so viele Karten hätten verkaufen können, hielten auch nach dem Wechsel dem Druck nicht stand.

Vor allen Dingen die beiden Rückraumspieler Alexander Petersson und Kim Ekdahl du Rietz hatten einen rabenschwarzen Abend erwischt.

Starker Rückhalt Omeyer

Da zudem Thierry Omeyer im THW-Gehäuse weiterhin stark hielt, baute der Deutsche Meister den Vorsprung kontinuierlich aus.

"Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir haben sensationell verteidigt und hatten in Omeyer einen großartigen Rückhalt. Mit diesem deutlichen Ergebnis hatte ich im Vorfeld dieses Spiels nicht gerechnet", sagte THW-Trainer Alfred Gislason bei SPORT1.

Fünf Minuten nach der Halbzeit besiegelte Kiels Kapitän Marcus Ahlm eine Zehn-Tore-Führung (18:8). Damit war die Moral der ernüchterten Gastgeber endgültig gebrochen.

Bitz mit durchschnittlicher Leistung

Pechvogel Gensheimer verfolgte die Partie einen Tag nach seiner Operation an der gerissenen Achillessehne in der Rennbahnklinik in Basel vor dem Fernseher.

Sein Ersatzmann auf Linksaußen, der 19-jährige Bitz, zeigte eine durchschnittliche Leistung.

Flensburg und Göppingen siegen

In den anderen beiden Partien am Mittwochabend setzte sich die SG Flensburg-Handewitt gegen TSV Neuhausen mit 37:26 (18:16) durch, während TV Großwallstadt gegen FA Göppingen eine 27:28 (14: 13)-Niederlage kassierte.

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