Thomas Mogensen wechselte 2007 von GOG Svendborg TGI nach Flensburg © getty

Vor der Partie in Gummersbach gehen der SG die Halblinken, dem VfL die Spielmacher aus. Mogensen fordert Herz und Leidenschaft.

Von Annette Bachert

München - Eine schlechte Nachricht folgt bei der SG Flensburg-Handewitt derzeit auf die nächste.

Und das Lazarett der Norddeutschen platzt bald aus allen Nähten.

Nicht nur, dass mit Lars Kaufmann (Meniskus-Operation) und Petar Djordjic (Kreuzbandriss) die beiden etatmäßigen Halblinken wochen- bzw. monatelang pausieren müssen.

Auch deren Ersatz Arnor Atlason fällt mit einem Achillessehnenriss mindestens die kommenden sechs Monate aus (Bericht).

Schmäschke plant Neuzugänge

Mit nun noch vier Rückraumspielern im Kader, davon zwei Linkshändern, wird das vollgestopfte Programm mit DKB Handball-Bundesliga, Champions League und DHB-Pokal kaum zu bewältigen sein.

SG-Geschäftsführer Dirk Schmäschke hat deshalb, nur drei Tage nach dem Atlason-Schock und am Tag des Liga-Duells beim VfL Gummersbach (ab 20.10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM), bereits für Ersatz gesorgt.

Flensburg im Mittelfeld

Der Isländer Olafur Gustafsson verstärkt die Flensburger bis zum Saisonende. Zuletzt spielte der 23-jährige Nationalspieler für den isländischen Tabellenführer FH Hafnarfjördur. Seinen ersten Einsatz für Flensburg hat der 1,98m-Hüne kommenden Mittwoch gegen den TV Neuhausen.

"Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, so kurzfristig einen Ersatz für unsere verletzten Halblinken zu finden. Wir sind überzeugt, dass Olafur uns in dieser schwierigen Phase helfen wird", sagte Schmäschke.

Schwierig ist die Phase allerdings nicht nur der vielen Verletzten wegen, sondern auch im Hinblick auf die Tabelle. Mit 14:8 Zählern, allerdings auch mit einer Partie weniger, rangiert der Vizemeister momentan auf dem siebten Platz.

Coach Vranjes bleibt positiv

Spielmacher Thomas Mogensen setzt, nachdem der erste Schock über Atlasons Ausfall verdaut ist, vor allem auf den Teamgeist.

"Wir dürfen nicht weinen und müssen positiv denken", fordert Mogensen: "Wir müssen noch enger zusammenrücken und Herz, Wille und Leidenschaft zeigen."

Und auch Coach Ljubomir Vranjes wird nicht bange.

"Ich habe Alternativen", sagt der Schwede und denkt dabei auch an Routinier Maik Machulla: "Er genießt mein volles Vertrauen."

Gummersbach dezimiert

Doch nicht nur in Flensburg weiß man, wie schmerzvoll der Ausfall einiger Stammkräfte sein kann, auch in Gummersbach läuft es personell derzeit alles andere als rund.

Mit Kentin Mahe (Knöchelbruch und Syndesmosebandriss) und Christoph Schindler (Bänderriss im Ellenbogen) fallen beide etatmäßigen Spielmacher lange aus (STENOGRAMME: Der 13. Spieltag).

Für den 21-jährigen Mahe ist mindestens die Hinrunde gelaufen und auch seine erste WM-Teilnahme passe. Und Schindler wird dem VfL wohl noch rund zwei Wochen fehlen.

Noch ein Verletzter?

Mit Nationalspieler Adrian Pfahl, Barna Putics und Dennis Krause hat Gummersbachs Chefcoach Emir Kurtagic dennoch keine No-Names auf den Rückraumpositionen.

Ob Kreisläufer Michael Kopco (Sprunggelenksverletzung) gegen die SG auflaufen wird, ist noch unklar.

Nach der jüngsten 28:33-Pleite in Hannover am Sonntag sagte Kurtagic: "Wir wissen nicht genau, was es ist, aber ich hoffe, es ist nicht so schlimm. Wir haben eh schon nur wenig Spieler."

Herkules-Aufgabe für VfL

Wo es aber für die SG darum geht, den Anschluss an die internationalen Plätze zu halten, kämpft der VfL wie in den vergangenen Jahren gegen Abstieg.

Mit nur 8:18 Punkten steht der VfL auf Platz 13 der Tabelle, allerdings nur drei Zähler von den Abstiegsrängen entfernt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Doch ohne die Schlüsselspieler wird der erste Sieg der Gummersbacher über die SG seit über drei Jahren zu einer nahezu unlösbaren Aufgabe.

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