Domagoj Duvnjak (r., mit Pavel Horak) wechselte 2009 von RK Zagreb zum HSV Hamburg © imago

Hamburg will nach dem Flensburg-Erfolg bei Frisch Auf punkten. Schwalb baut auf einen Oldie. Der FAG-Coach ist optimistisch.

Von Hardy Heuer

München - Der HSV Hamburg hat keine Zeit zum Feiern.

Nur zwei Tage nach dem hart umkämpften Nordderbysieg über die SG Flensburg-Handewitt in der Champions League wartet auf das Team von Trainer Martin Schwalb nämlich der Liga-Alltag in der DKB Handball-Bundesliga.

Bei Frisch Auf Göppingen (ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) will der Viertplatzierte HSV nach dem kleinen Exkurs in die Königsklasse den dritten Liga-Erfolg in Serie einfahren (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Schwalb warnt vor Göppingen

Bedenken, dass sein Team unter dem straffen Programm leiden könnte, hat Schwalb nach der unglaublichen Aufholjagd seiner Hamburger, als sie einen zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Rückstand in einen Drei-Tore-Erfolg verwandelte, schon.

"Ich hoffe, dass uns das anstrengende Spiel gegen Flensburg noch mehr Selbstvertrauen gibt und dass wir über 60 Minuten das nötige Tempo gehen können", sagt er.

"Göppingen hat eine gute Mannschaft und gehört zu den Teams, die gerade zuhause schwer zu schlagen sind", warnt Schwalb zudem vor der Auswärtspartie: "Gerade nach den drei Niederlagen in Folge werden sie alles daran setzen, vor den eigenen Fans wieder in die Erfolgsspur zu kommen. Das wollen wir natürlich verhindern."

Tahirovic in der Hinterhand

Dabei baut der HSV-Trainer auch auf Enid Tahirovic, der in der Vorsaison noch das Tor der Göppinger hütete.

"Ich bin froh, dass Enid diesmal bei uns spielt, denn er hat uns in der Vergangenheit das Leben dort oft sehr schwer gemacht", betont Schwalb.

Diesmal will der 40-Jährige, der seine Karriere im Sommer bereits beendet hatte und nur kurzfristig vom HSV für ein Jahr engagiert wurde, nun seine ehemaligen Kollegen mit starken Paraden ausbremsen.

"Das Spiel in Göppingen ist für mich natürlich ein besonderes. Ich habe dort noch viele Freunde und freue mich auch auf die Fans", erklärt Tahirovic: "Es wird allerdings wahrscheinlich wieder ein harter Kampf, den wir erneut annehmen müssen. Wenn wir unsere Leistung bringen, bin ich guter Dinge, dass wir das Spiel auch gewinnen werden."

Lindberg und Kraus sind fraglich

Fraglich ist noch der Einsatz von Hans Lindberg, den ein eingeklemmter Nerv in der rechten Schulter plagt. Gegen Flensburg trat der Rechtsaußen nur zu drei Strafwürfen an, ansonsten vertrat ihn Stefan Schröder nach leichten Anlaufschwierigkeiten auf dem rechten Flügel bestens.

Ob der Däne, dem noch sieben Tore zu seinem 1700. Pflichtspiel-Treffer in Hamburg fehlen, diesmal auflaufen kann, entscheidet sich erst kurz vor Spielbeginn.

Auch hinter dem Einsatz von Spielmacher Michael Kraus steht ein Fragezeichen. Dem ehemaligen Göppinger bereitet ein Muskelfaserriss in der Wade Probleme.

Krise bei Göppingen

Göppingen hat indes ganz andere Sorgen. Der aktuelle Europapokalsieger kommt einfach nicht in Tritt und liegt nach zehn Spieltagen mit 9:15 Punkten auf dem elften Rang.

Bei Konkurrent MT Melsungen hagelte es zuletzt die vierte Pleite in Liga und DHB-Pokal hintereinander.

Personell hofft Petkovic auf ein Comeback von Momir Rnic nach seiner Meniskusverletzung. Spielmacher Michael Haaß war am Montag noch leicht angeschlagen, wird wohl aber auch spielen können.

FAG-Verantwortliche bleibt optimistisch

Zudem ist Trainer Velimir Petkovic trotz der letzten Niederlagen zuversichtlich für die anstehende Partie.

"Meine Mannschaft hat über weite Strecken der ersten Halbzeit alle Vorgaben und Absprachen perfekt umgesetzt und sich so eine verdiente Führung erarbeitet. Trotz der Schwächeperiode hat sie auch in der zweiten Halbzeit bis zum Umfallen gekämpft. Daran werden wir anknüpfen", sagt er.

"Natürlich sprechen wir über die Defizite, wir fahren hier keinen Kuschelkurs. Die Bereitschaft der Mannschaft im Spiel ist da, nur verliert sie derzeit den Faden, wenn Fehler auftreten", analysiert Frisch-Auf-Geschäftsführer Gerd Hofele in der "Südwest Presse".

Und wie das künftig gelöst werden soll, weiß Hofele auch: "Deshalb wollen wir die Spieler über das Vertrauen zum Selbstvertrauen zurückführen."

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