Lubomir Vranjes (M.) und seine Flensburger kassierten diese Saison schon drei Niederlagen © imago

Die ersatzgeschwächte SG steht gegen Magdeburg unter Druck. SCM-Coach Carstens will eine "fürchertliche Reise" vergessen machen.

Von Felix Götz

München - Zwei Auswärtspleiten in Folge gegen den THW Kiel (27:34) und den TSV Hannover-Burgdorf (28:29), nur noch Platz sieben in der DKB Handball-Bundesliga und dazu einige verletzte oder angeschlagene Spieler:

Die SG Flensburg-Handewitt kommt derzeit auf dem Zahnfleisch daher.

Da kommt die dritte Partie innerhalb von nur sechs Tagen gegen den SC Magdeburg (Di., 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) eigentlich zur Unzeit.

"Wir befinden uns im Moment in einer schwierigen Situation, in der wir alle zusammenstehen müssen", betont SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke.

Lazarett dient nicht als Alibi

Lars Kaufmann, Lasse Svan Hansen, Michael Knudsen und Florian von Gruchalla quälten sich in Hannover über das Parkett und waren deshalb logischerweise nicht so wertvoll wie sonst.

Allerdings will Schmäschke seiner Mannschaft keine Alibis liefern.

"Man kann nicht alles entschuldigen. Bestimmte Bälle müssen einfach ins Tor, einige technische Fehler sind zu viel", so der 54-Jährige.

Kretzschmar: "Flensburg kann Meisterschaft abhaken"

Vor allem die Niederlage bei Hannover-Burgdorf war für die vor der Saison als Kiel-Jäger gehandelten Flensburger eine herbe Enttäuschung - es droht ein längerer Aufenthalt im grauen Mittelfeld der Tabelle.

"Ich lege mich fest: Flensburg kann die Meisterschaft abhaken", schreibt Stefan Kretzschmar in seiner SPORT1-Kolumne:

"Gegen Magdeburg müssen die Flensburger nun gewinnen, sonst droht Krisenstimmung aufzukommen." (EXKLUSIV: Die Kretzsche-Kolumne)

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Richtungsweisende Partie gegen Magdeburg

Auch Flensburg-Coach Ljubomir Vranjes weiß, dass die anstehende Partie "sehr wichtig" ist: "Magdeburg möchte wie wir einen Platz im oberen Tabellendrittel erreichen, ist also ein direkter Kontrahent von uns."

Der Schwede stellt sich trotz der vergangenen Pleiten "absolut hinter meine Mannschaft" und begründet das mit einer insgesamt guten Bilanz: "Seit August 2011 haben wir 66 Spiele absolviert, aber nur zwölf verloren."

Carstens schlechte Erinnerungen

Der SCM, der am vergangenen Wochenende den TV Großwallstadt (33:25) bezwang, möchte in der Campushalle Wiedergutmachung betreiben.

Schließlich bezog der derzeit achtplatzierte Klub aus Sachsen-Anhalt bei seinem letzten Gastspiel in Flensburg im März dieses Jahres heftige Prügel: mit einer 21:32-Packung schlich die Mannschaft von Trainer Frank Carstens damals aus der Halle.

Carstens erinnert sich noch gut an die "fürchterliche Reise".

Deshalb kündigt der 41-Jährige an: "Jetzt fahren wir mit der nötigen Wut nach Flensburg, um es besser zu machen und dort zu punkten."

SCM ohne van Olphen und Landsberg

Allerdings müssen die Magdeburger dabei auf Kapitän Fabian van Olphen und Abwehrchef Kjell Landsberg verzichten.

Van Olphen verletzte sich gegen Großwallstadt. "Der Ringfinger der rechten Hand war ausgekugelt. Er wurde gerade gestellt, die offene Wunde gesäubert und genäht", beschreibt der Niederländer die Maßnahmen der Mediziner.

"Tulpe", wie van Olphen genannt wird, möchte am 27. November gegen die Füchse Berlin wieder mit von der Partie sein.

Duo drückt vom Sofa aus die Daumen

Landsberg plagt sich mit einer Sprunggelenksverletzung herum. Gut möglich, dass der 32-Jährige am 20. November gegen Hannover-Burgdorf zurückkehrt.

Immerhin werden beide Spieler ihren Teamkollegen vom Sofa aus die Daumen drücken.

"Mit Kjell werde ich das Spiel zusammen im Fernsehen gucken. Wir hoffen, dass die Mannschaft gut spielt und was reißen kann in Flensburg", erklärt van Olphen.

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