Volker Zerbe spielte über 20 Jahre lang beim TBV Lemgo
Volker Zerbe spielte während seiner gesamten Profi-Laufbahn für den TBV Lemgo © imago

Der Rechtsbeistand des Ex-Geschäftsführers weist Lemgos Vorwürfe zurück: "Er hat sich keinen Cent in die eigene Tasche gesteckt."

Lemgo - Im Fall der ungeklärten finanziellen Aktivitäten beim DKB Handball-Bundesligisten TBV Lemgo hat sich der Anwalt des ehemaligen Sportchefs Volker Zerbe zu Wort gemeldet.

In einer schriftlichen Erklärung wies der Verteidiger des Ex-Nationalspielers alle gegen seinen Mandanten erhobenen Vorwürfe seitens des Vereins zurück.

"Insbesondere hat er sich nicht bereichert. Um es ganz klar zu sagen: Er hat sich keinen Cent in die eigene Tasche gesteckt!", heißt es in dem Schreiben von Zerbe-Rechtsanwalt Peter Windmann am Mittwoch.

Ungereimtheiten festgestellt

Der TBV hatte zuvor angekündigt, gegen Zerbe, dessen Vertrag Ende August wegen eines Burn-outs aufgelöst worden war, Strafanzeige stellen zu wollen.

Der Beirat des zweimaligen Deutschen Meisters teilte am vergangenen Donnerstag mit, dass er bei der Überprüfung der Finanzen "Ungereimtheiten" festgestellt habe (BERICHT: Lemgo stellt Strafanzeige gegen Zerbe).

Zerbe will an der Aufklärung mitwirken

Der Verein sei "in den zurückliegenden zwei Geschäftsjahren in sechsstelliger Höhe geschädigt" worden, es seien "Sponsorenverträge abgeschlossen, die nicht erfüllt wurden".

Man habe erfolglos versucht, sich außergerichtlich mit Zerbe zu einigen.

Anwalt Windmann signalisierte unterdessen, "dass mein Mandant bereit und entschlossen ist, vollumfänglich und aktiv an der Aufklärung mitzuwirken. Da wir den Inhalt der öffentlich bewusst formulierten - und meines Wissens noch nicht gestellten - Strafanzeige nicht kennen, ist es im Moment leider unmöglich, zu den Vorwürfen detailliert Stellung zu nehmen und sie auszuräumen."

Staatsanwalt ermittelt gegen Holpert

Nachdem eine Liquiditätslücke in Höhe von 1,4 Millionen Euro den Klub im Sommer nahe an die Insolvenz gebracht hatte, hat sich der Klub am vergangenen Donnerstag zudem von seinem Geschäftsführer Fynn Holpert getrennt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Urkundenfälschung und des versuchten Betrugs gegen Holpert.

Spieler verzichten auf Gehalt

Es geht um einen Scheck über 200 Millionen Euro, den der TBV-Geschäftsführer zusammen mit angeblichen Investoren bei der Sparkasse Lemgo präsentiert haben soll.

Die Liquiditätslücke wurde unter anderem durch einen Verzicht der Spieler auf Teile ihres Gehalts geschlossen.

[kaltura id="0_lcuuaocj" class="full_size" title=" Tag der Offenbarung in Lemgo"]

Weiterlesen