Auch Kiels Weltstar Narcisse (r.) kann den Punktverlust nicht verhindern © getty

In einer dramatischen Partie retten die Füchse ein Remis gegen den THW. Es ist der erste Liga-Punktverlust des THW seit Mai 2011.

Berlin - Die unglaubliche Siegesserie des THW Kiel in der DKB Handball-Bundesliga ist nach 501 Tagen gerissen.

Der Titelverteidiger kam im Spitzenspiel bei den Füchsen Berlin nicht über ein 26:26 (12:9) hinaus (Reaktionen im Video) und ließ nach 40 Siegen in Folge in der Liga erstmals wieder Federn (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die erste Niederlage seit dem 4. Mai 2011 (24:30 in Magdeburg) konnte der THW, der in der zweiten Halbzeit bei einer Fünf-Tore-Führung schon wie der sichere Sieger ausgesehen hatte, aber trotz eines Leistungseinbruchs in der Schlussphase noch vermeiden.

Damit sind die Rhein-Neckar Löwen in der neuen Spielzeit das letzte Team mit weißer Weste. Die Badener feierten mit dem hart umkämpften 31:29 (20:16)-Sieg gegen HSG Wetzler den fünften Erfolg im fünften Spiel und übernahmen damit von den Füchsen die Tabellenführung.

Kompliment von Jicha

"Wir haben einen Punkt verloren. Wir merken ganz deutlich, dass die letzte Saison Vergangenheit ist. Die Füchse haben mit einer Riesenleistung dagegengehalten, der Erfolg ist kein Zufall", sagte THW-Star Filip Jicha. "Sie sind ein Konkurrent, den man ernst nehmen muss."

Der Berliner Mark Bult, der mit sechs Toren den Füchsen als bester Werfer noch den Punkt sicherte und die Aufholjagd krönte, sprach derweil von einer "Sternstunde" und fügte bei SPORT1 hinzu: "Wir haben unglaublich gekämpft - dieser Erfolg freut uns natürlich sehr."

Duell auf Augenhöhe

In der ausverkauften Max-Schmeling-Halle lieferten sich beide Teams ein spannendes Duell auf Augenhöhe, das vor allem die Torhüter Silvio Heinevetter (Berlin) und Thierry Omeyer (Kiel) mit zahlreichen Klasseparaden bestimmten (STENOGRAMME: 5. Spieltag).

Neben Heinevetter führte Bult die Berliner dann mit einem Kraftakt in der zweiten Halbzeit noch zum Remis. Das Tor zum Endstand erzielte der Pole Bartlomiej Jaszka. Die sechs Treffer von Christian Zeitz reichten dem THW, der nach 37 Minuten schon 17:12 geführt hatte, nicht zum Sieg.

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Momentaufnahme freut Löwen

Nach dem Remis im Spitzenspiel dürfte am Sonntagabend die Freude bei den Löwen umso größer gewesen sein, schon tags zuvor hatten sie den Sprung an die Tabellenspitze gefeiert.

"Natürlich genießen wir diese Momentaufnahme. Wir haben hier charakterstarke Typen, die diese Partie nach Hause gebracht haben, obwohl einige hundertprozentige Chancen ausgelassen wurden", sagte Manager Thorsten Storm.

Allerdings musste die Löwen bis zur letzten Sekunde kämpfen, um den Sieg gegen die kampfstarke HSG sicherzustellen. Trainer Gudmundur Gudmundsson war nicht vollends zufrieden.

"Im ersten Abschnitt war ich mit dem Angriff zufrieden, wir haben auch in der Abwehr gut angefangen, aber dann standen wir nicht kompakt genug und konnten auch in der Rückwärtsbewegung nicht überzeugen. Nach dem Wechsel haben wir nur phasenweise gut gespielt."

HSV macht Boden gut

Champions-League-Teilnehmer HSV Hamburg erkämpfte sich derweil im vierten Spiel innerhalb von acht Tagen bei der TSV Hannover-Burgdorf ein 30:26 (15:15) und macht mit 7:3 Punkten in der Tabelle Boden auf die Spitzengruppe gut (BERICHT: Hamburg siegt mit viel Mühe).

Dort befindet sich nach dem vierten Saisonsieg der TuS N-Lübbecke nach dem 32:24 (17: 9)-Auswärtserfolg beim Traditionsklub VfL Gummersbach.

Aufsteiger warten auf Erfolg

Weiter auf den ersten Saisonsieg warten die beiden Aufsteiger TuSEM Essen und TV 1893 Neuhausen.

Das Tabellen-Schlusslicht aus Essen unterlag bei GWD Minden 26:30 (14:13), Neuhausen verlor gegen Frisch Auf Göppingen 24:28 (11:13).

Für die Löwen war Nationalspieler Uwe Gensheimer vor rund 5400 Zuschauern in der Mannheimer SAP-Arena mit sieben Treffern der treffsicherste Schütze, bei der HSG verbuchte Steffen Fäth acht Tore.

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